Zahlen fürs dritte Quartal
Real-Fleischskandal trifft Metro hart

Am Dienstagabend hatte Deutschlands größter Handelskonzern Metro die Märkte schon vorgewarnt. Am Mittwochmorgen kamen dann die Zahlen für das dritte Quartal. Und die fielen wegen Problemen bei der Supermarktkette Real so schlecht aus, dass auch die Bilanz im Gesamtjahr darunter leiden wird.

HB DÜSSELDORF. Der Vorstand senkte wegen einer schwachen Geschäftsentwicklung bei Real seine Umsatz- und Gewinnprognose für 2005 deutlich und will mit Einsparungen gegensteuern. „Wir werden um Kostensenkungen nicht herumkommen,“ kündigte Metro-Chef Hans-Joachim Körber am Mittwoch in Düsseldorf an. Ob es auch zu einem Stellenabbau oder gar Entlassungen bei Real kommt, ließ er offen.

„Die vor wenigen Monaten eingeleiteten Maßnahmen haben bislang noch nicht zu einer Verbesserung des Geschäfts in Deutschland geführt,“ sagte Körber. Die Perspektiven der Konzern-Tochter Kaufhof beurteilte Körber angesichts der anhaltenden Konsumflaute in Deutschland ebenso zurückhaltend: „Es ist unbestritten schwierig, in diesem Konsumumfeld wieder zu Umsatzzuwächsen zu kommen.“ Das nahende Weihnachtsgeschäft sorgt beim Vorstand daher noch nicht für Vorfreude. „Dazu kann man nur sagen, es wird statt finden,“ sagte Körber nüchtern und hielt sich mit Prognosen zum für den Einzelhandel immens wichtigen Verkauf rund um die Weihnachtszeit zurück. Der noch ungewisse Ausgang der Koalitionsverhandlungen sorge in Deutschland für zusätzliche Verunsicherung der Verbraucher, monierte er.

Im abgelaufenen dritten Quartal konnte Metro den Umsatz der gesamten Gruppe zwar weiter steigern, operativ verdiente der Düsseldorfer Konzern jedoch weniger als von Branchenexperten erwartet. Während die Umsätze im Ausland mit 11,4 % weiter zulegten, schrumpften sie im Inland erneut - diesmal um 1,6 % zum Vorjahr. Börsianer zeigten sich enttäuscht, die Aktie war mit einem Minus von zeitweise mehr als 4,5 % auf 36,08 € größter Verlierer im Deutschen Aktienindex (Dax).

Metro rechnet 2005 nur noch mit einer Umsatzsteigerung von etwa vier Prozent. Bislang hatte die Gruppe trotz schwacher Inlandskonjunktur ein Plus von fünf bis sechs Prozent prognostiziert. Noch drastischer könnte der Gewinn unter den Erwartungen liegen. Das Ergebnis je Aktie (EPS) werde bereinigt um steuerliche Belastungen voraussichtlich nur im mittleren einstelligen Prozentbereich wachsen. Unbereinigt könne der Nettogewinn sogar unter Vorjahresniveau fallen. Bisher hatte Metro ein EPS-Plus von acht bis zwölf Prozent angestrebt. Hauptgrund für die Skepsis sei eine „Überprüfung der Nutzbarkeit bestehender steuerlicher Verlustvorträge“ bei Real. Daraus könne sich ein einmaliger nicht zahlungswirksamer Steueraufwand im niedrigen dreistelligen Millionen-Bereich ergeben.

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