Zahlen fürs zweite Quartal
Prüderie in den USA vertreibt Beate Uhse

Europas größter Erotikkonzern Beate Uhse hat bei gestiegenem Umsatz im zweiten Quartal nahezu nichts verdient. Das Geschäft in den USA lief so schlecht, dass sich das Unternehmen vom dortigen Markt zurückzieht.

HB HAMBURG. Unter dem Strich blieb wegen höherer Steuern lediglich ein Plus von 0,55 Millionen Euro nach 1,58 Millionen vor einem Jahr über, teilte die im Kleinwerteindex SDax notierte Gesellschaft am Montag in Hamburg mit. Vor Steuern verdiente Beate Uhse leicht mehr: statt 2,02 nun 2,07 Millionen Euro. Der Umsatz stieg von 56,68 auf 62,35 Millionen Euro.

Während sich das Geschäft in Europa planmäßig entwickelt habe und vor allem die Regionen Frankreich und Österreich gut abgeschnitten hätten, sei das Geschäft in den USA hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Deshalb habe der Vorstand beschlossen, sich vom US-Markt zurückzuziehen und das 2002 gestartete Versandgeschäft zum September zu schließen.

Laut Vorstandschef Otto Christian Lindemann habe besonders die gestiegene Abneigung gegenüber Werbung für Sex-Artikel dem Erotikkonzern zu schaffen gemacht. „Wir sind als Anzeigenkunden in den USA nicht mehr so gerne gesehen.“ Seinen Angaben zufolge hat Beate Uhse seit dem Einstieg 2002 sechs Millionen Euro Verlust in Übersee gemacht.

Gänzlich aufgegeben hat das Unternehmen die Hoffnungen auf ein einträgliches US-Geschäft aber noch nicht. Aus Europa heraus sei es zwar nicht möglich, den US-Markt zu bedienen. Aber mit lokalen Partnern solle ein Neueinstieg versucht werden, dies aber frühestens 2006. Das Konzept für den weltweit größten Markt für Sexartikel müsse bis dahin überarbeitet werden.

In Osteuropa verstärkt Beate Uhse seine Präsenz. Dort sollen in den kommenden Jahren 20 bis 30 Millionen Euro in neue Läden investiert werden. In Polen sollen jährlich sechs bis sieben neue Geschäfte eröffnet werden. Dort existieren bereits acht Beate-Uhse-Shops. In Ungarn solle im Herbst der erste Laden eröffnet werden.

Für das Gesamtjahr 2005 bekräftigte Beate Uhse das Ziel, den Jahresumsatz um fünf Prozent und den Vorsteuergewinn um 15 Prozent zu erhöhen. „Die Entwicklung der ersten Monate bestätigt die Strategie, ganz auf internes Wachstum zu setzen“, bekräftigte Vorstandschef Otto Christian Lindemann.

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