Zahlreiche Kommunen haben Optionen zum Verkauf weiterer Anteile zu hohen Preisen
Versorger sitzen bei Stadtwerken auf Risiken

Der Einstieg in Stadtwerke könnte einige Energiekonzerne noch teuer zu stehen kommen: Zahlreiche Kommunen haben sich Optionen gesichert, mit denen sie die Versorger zum Kauf weiterer Anteile zwingen können.

DÜSSELDORF. Das Problem für die Käufer ist: Es gelten die vor Jahren festgelegten Preise, inzwischen haben die Stadtwerke aber deutlich an Wert verloren.

Am stärksten ist offenbar die Energie Baden-Württemberg AG (EnBW) betroffen. Im Jahresabschluss 2003 beziffert sie die Verpflichtungen, die durch den „Erwerb von Beteiligungen und Finanzanlagen“ entstehen können, auf knapp 1,2 Mrd. Euro. Wie viel davon auf Verkaufsoptionen für Stadtwerke entfällt, wollte eine Sprecherin gestern auf Anfrage zwar nicht kommentieren. Sie räumte aber ein, dass es sich zum größten Teil um drohende Belastungen aus der Beteiligung an den Stadtwerken Düsseldorf und „weitere kleinere operative Themen“ handele. In Branchenkreisen hieß es, neben Düsseldorf müsse die EnBW noch mit anderen Optionen rechnen.

Am Beispiel Düsseldorf wird deutlich, wie problematisch die Verkaufsoptionen für Energiekonzerne sind. 2001, als der Wettbewerb der Energiekonzerne um die Kommunalversorger auf dem Höhepunkt war, übernahm die EnBW für 447,4 Mill. Euro 29,9 Prozent an den Düsseldorfer Stadtwerken. Inzwischen hat der Wettbewerb spürbar nachgelassen, die Preise sind deutlich gesunken. EnBW-Chef Utz Claassen ließ den Wert der Beteiligung 2003 immerhin um 208 Mill. Euro abwerten.

Die Stadt Düsseldorf hat sich jedoch beim Vertragsabschluss die Option einräumen lassen, in den kommenden Jahren auch ihr restliches 50,1-Prozent-Paket an die EnBW zu verkaufen. Zieht sie die Option, muss EnBW bis Ende 2005 die erste Hälfte und bis Ende 2007 die zweite Hälfte übernehmen. Der Kaufpreis würde nach Informationen aus Branchenkreisen bei rund 500 Mill. Euro liegen. Auf die EnBW, die einen harten Sanierungskurs eingeschlagen hat, käme eine enorme Belastung zu.

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