Zahlung mit Kreditkarte
Konsumlust verhilft Visa zu Milliarden-Gewinn

Mit der Abwicklung von Zahlungen verdient der Kreditkartenkonzern Visa eine Milliarde Dollar. Günstig für Visa: Es zahlen immer mehr Kunden wieder mit ihrer Kreditkarte.
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San FranciscoDie Kauflust der Menschen hält an - und Kreditkartenanbieter Visa verdient daran mit. Im dritten Geschäftsquartal, das von April bis Juni lief, strich der Finanzkonzern einen Gewinn von unterm Strich 1,0 Milliarden Dollar (700 Mio Euro) ein und damit 40 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Ein Teil des Zuwachses ging allerdings auf das Konto eines Sondereffekts, wie Visa am Mittwoch mitteilte. Visa ist die Nummer eins der Branche. Wie der kleinere Rivale Mastercard verleiht das Unternehmen das Geld aber nicht selbst, sondern übernimmt lediglich die Abwicklung der Zahlungen und kassiert dafür Gebühren. Das Risiko unbezahlter Kartenschulden tragen die Partner - das sind zumeist Banken, aber auch Fluggesellschaften oder Autoverleiher. Das Zahlungsaufkommen stieg um 13 Prozent und erreichte 941 Milliarden Dollar.

Besonders stark stiegen die Zahlungen über die Grenzen hinweg. Angesichts des guten Laufs legte Visa einen neuen, 1 Milliarde Dollar schweren Aktienrückkauf auf - das treibt gewöhnlicherweise den Kurs. In diesem Fall zeigten sich die Börsianer aber unzufrieden mit dem Abschneiden. Die Aktie lag nachbörslich leicht im Minus.

Bereits der dritte große Kreditkartenanbieter American Express hatte über ein gutes Quartal berichtet und damit die Messlatte hochgelegt. American Express gewährt den Kunden auch den eigentlichen Kredit und kassiert dafür Zinsen. Mastercard ist seine Zahlen noch schuldig und legt sie am 3. August vor.

Kommentare zu " Zahlung mit Kreditkarte: Konsumlust verhilft Visa zu Milliarden-Gewinn"

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  • Konsumlust?

    Eine etwas unglückliche Überschrift - zumindest auf Deutschland bezogen. Der Konsum heutzutage in der Bundesrepublik liegt nämlich deutlich niedriger als 1998.

    Der Deutsche konsumiert immer weniger - dies belegen rückläufige Einzelhandels-Umsatzzahlen der Deutschen Bundesbank vom Mai, so Heiner Flassbeck, UNO-Chefvolkswirt für Welthandel und Entwicklung. Der Vergleichsindex, in den USA das entscheidende Kriterium, sei in den letzten 13 Jahren um sieben Prozent abgefallen.

    Die in Berlin gerne ignorierten Zahlen konterkarieren in eklatanter Weise, den von Politikern verkündeten "XXL-Boom", so Flassbeck. Finanziell komme bei den Arbeitnehmern der Aufschwung nicht an, während hiesige Unternehmen auf mehr Konsum im Ausland warten. Von Deutschland als Wirtschaftslokomotive könne daher keine Rede sein.

    Die "Flexibilisierung der Arbeitsmärkte" treibe die Bundesbürger vielmehr in die Erwartungshaltung, dass sie künftig keinen Zuwachs bei den Einkommen zu erwarten haben. Arbeitnehmer nehmen aus Sorge um ihren Arbeitsplatz immer weitere Lohneinbußen hin, Investitionen in Deutschland unterbleiben folglich.

    Siehe --> http://is.gd/WrKE7n

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