Zalando

Milder Winter lässt Gewinn schmelzen

Wegen des ungewöhnlich warmen Winters musste Zalando zu Jahresbeginn Pullover, Mäntel und Jacken mit Rabatt verkaufen. Zusammen mit hohen Investitionen drückt das den Gewinn des Online-Modehändlers um fast ein Drittel.
Update: 12.05.2016 - 12:02 Uhr
Der Online-Modehändler hat zu Jahresbeginn einen Gewinneinbruch hinnehmen müssen. Quelle: dpa
Zalando

Der Online-Modehändler hat zu Jahresbeginn einen Gewinneinbruch hinnehmen müssen.

(Foto: dpa)

BerlinHohe Investitionen und ein später Frühlingsbeginn haben Europas größtem Online-Modehändler Zalando einen Gewinneinbruch eingebrockt. Der bereinigte Betriebsgewinn (Ebit) sackte im ersten Quartal um rund 30 Prozent auf 20 Millionen Euro ab, wie das Berliner Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Die Erlöse kletterten dank neuer Kunden um fast 24 Prozent auf 796 Millionen Euro. Dass das Plus nicht stärker ausfiel, hing auch mit dem kalten und regnerischen Frühlingsauftakt zusammen. Dadurch habe Zalando mehr Rabatte anbieten müssen, sagte Vorstandsmitglied Rubin Ritter. Anleger reagierten enttäuscht: Die Zalando-Aktie brach um mehr als sechs Prozent ein.

Die Ausgaben ins weitere Wachstum hätten für Zalando im Vordergrund gestanden, sagte Ritter. So erwarben die Berliner im Mai für einen nicht näher genannten Betrag die Ansbacher Techfirma Tradebyte Software, deren Technik künftig bei der leichteren Erfassung der Warenbestände helfen soll. „Wir streben weitere Akquisitionen und Partnerschaften an“, kündigte Ritter an. Dabei seien vor allem Tech-Firmen interessant.

Von Z wie Zalando bis Z wie Zalando
Platz 10: Zalando Lounge
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Zalando Lounge ist der Rabattwarenladen des Online-Versandhändlers. Nutzer dieses Portals müssen sich registrieren. Danach bekommen sie Angebote mit bis zu 70 Prozent Rabatt. Die Mitgliedschaft in der Zalando Lounge ist kostenlos.

Umsatz (2014)*: 71,8 Millionen Euro**

*Quelle: Statista, EHI Retail Institute

**umfasst Einnahmen der Online-Shops in Deutschland im Segment Bekleidung, Schuhe und Textilien

Platz 9: Walbusch
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Bis in die 1960er-Jahre verkaufte Walbusch neben Herrenkleidung auch Elektrorasierer und Haushaltswaren. Später konzentrierte sich der Konzern auf den Verkauf von Herrenmode. Bekannt ist das Unternehmen für sein Hemd mit dem Walbusch-Kragen ohne Knopf. Zunächst war Walbusch nur als Versandhändler tätig. Erst 2009 wurde die erste Filiale eröffnet. Im Handelsblatt-Interview erklärte Firmenchef Christian Busch: „Die Frau entscheidet, was gekauft wird“.

Umsatz: 72,2 Millionen Euro

Platz 8: C&A Online
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Einst hatte C&A die Konfektionsgrößen eingeführt. Seitdem avancierte der Modekonzern zu den größten Bekleidungsherstellern Deutschlands. C&A beschäftigt mehr als 36.000 Menschen. Seit 2008 bietet der Konzern seine Kleidung auch im Internet an. Allerdings ist der Anteil des Internetgeschäfts gemessen am Gesamtumsatz in Deutschland (über drei Milliarden Euro) noch gering.

Umsatz: 79,3 Millionen Euro

Platz 7: s.Oliver
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s.Oliver kommt nicht wirklich in Fahrt. Seit Jahren kämpft der Modekonzern mit wirtschaftlichen Problemen. Zwar konnte der Umsatz im vergangenen Jahr leicht gesteigert werden, doch das Online-Geschäft weist entgegen des Trends rückläufige Zahlen vor. 2013 lag der Online-Umsatz bei 127 Millionen Euro. Im Jahr darauf sanken die Einnahmen um mehr als 16 Millionen Euro.

Umsatz: 110,8 Millionen Euro

Platz 6: Brands-4-Friends
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Im Umsatzranking auf Platz sechs ist die Private Sale GmbH aufgelistet. Hinter dem Unternehmen steckt brands4friends.de. Das ist eine kommerzielle Online-Community, die im Internet eine spezielle Sortimentsausrichtung anbietet. Zugang zum Angebot erhalten Interessenten nach einer Registrierung. brands4friends.de bot im September 2007 in Deutschland als erste Mode-Online-Community ihren Dienst an. Seitdem konnten die Erlöse kontinuierlich gesteigert werden.

Umsatz: 114,6 Millionen Euro

Platz 5: Esprit
6 von 10

Der Online-Handel hat dem Moderiesen Esprit stark zugesetzt. Erst nach und nach erholt sich der Konzern – auch dank eines eigenen Online-Angebots. Mit einem Umsatz von mehr als 162 Millionen Euro positioniert sich Esprit in Deutschland auf dem fünften Platz.

Umsatz: 162,5 Millionen Euro

Platz 4: Heine
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Die Heinrich Heine GmbH gehört zu den ersten Modeversandhändlern in Deutschland mit eigenem Online-Shop. Bereits 1996 konnten Kunden ihre Ware im Internet bestellen. Seit 2009 wird der Fokus auf das E-Commerce zunehmend verstärkt.

Umsatz: 204 Millionen Euro

Viele Anbieter – darunter der weltgrößte Onlinehändler Amazon – liefern sich derzeit einen Wettbewerb, um Zustellungen für Kunden attraktiver und schneller zu machen. Zalando eröffnete jüngst im norditalienischen Stradella das erste Logistikzentrum im Ausland. „Dort wird bereits fast die Hälfte der Bestellungen in Italien abgewickelt“, sagte Ritter. Zudem bieten die Berliner in einigen Städten nun an, die Rücknahme von Bestellungen noch am selben Tag zu vereinbaren. Jetzt werde geschaut, wie die Kunden dies annähmen und wie hoch die Kosten für Zalando seien, sagte Ritter. Danach werde entschieden, wie es weitergehe.

Derzeit zählt der in 15 Ländern aktive Modehändler 18,4 Millionen Kunden und damit ein Fünftel mehr als vor einem Jahr. Viel Geld floss auch ins Marketing. So ging das Unternehmen mit nunmehr mehr als 10.000 Mitarbeitern in Kontinentaleuropa eine exklusive Partnerschaft mit dem Modelabel Ivy Park der US-Sängerin Beyonce ein.

Neue Aussagen zu den Jahreszielen gab es von Zalando nicht. Früheren Angaben zufolge soll der Umsatz auf Jahressicht um bis zu 25 Prozent zulegen. 2015 waren es allerdings noch 34 Prozent. UBS-Analysten schrieben, die Zahlen enthielten kaum Überraschungen. Es könne allerdings als negativ gewertet werden, dass der Konzern seine Prognose nicht geändert habe.

  • rtr
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