Zalando mit eigener Modemesse

Online-Händler wärmt die „Bread & Butter“ auf

Der Onlinehändler Zalando will eine alte Kultveranstaltung mit einem neuen Konzept wiederaufleben lassen: die Modemesse „Bread & Butter“. Welches Topmodel sich zum heutigen Start auf dem Laufsteg in Berlin die Ehre gibt.
Das Topmodel kommt zum Neustart der Bread & Butter nach Berlin. Quelle: dpa
Gigi Hadid

Das Topmodel kommt zum Neustart der Bread & Butter nach Berlin.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDer neue Vorstandschef von Hugo Boss wagt etwas Neues. Mark Langer zeigt die aktuelle Kollektion von Deutschlands bekanntester Herrenmodemarke am morgigen Samstag auf der neuen Messe „Bread & Butter by Zalando“ in Berlin. Dort präsentiert sich die junge Marke „Hugo“ in einer eigenen Laufstegshow auf dem Arena-Gelände im Osten der Hauptstadt. Für Langer ist es die Chance, ein neues Publikum zu erreichen.

Für Hugo Boss ist es die Rückkehr in die Modestadt Berlin. Denn Langers Vorgänger, Claus-Dietrich Lahrs, hatte sich vor drei Jahren von der Fashion Week in Berlin verabschiedet. Seitdem zeigt das Metzinger Unternehmen seine neue Damen-Kollektion auf der Fashion Week in New York, wie wieder am 14. September.

Der Auftritt mit der aktuellen Hugo-Linie Herbst/Winter 2016/17 auf der neuen Messe von Zalando ist für "uns ein Test", wie Kommunikationschef Gerd von Podewils dem Handelsblatt sagte. "In Berlin erreichen wir andere Kunden nicht nur auf dem Messegelände, sondern auch bei der Übertragung der Show über die sozialen Netzwerke."

Denn das Berliner Online-Modekaufhaus Zalando startet am heutigen Freitag ein ganz neues Messekonzept. Nur etwa 30 Modemarken von Adidas über Topshop und Tommy Hilfiger bis zur Zalando-Marke Zign zeigen von Freitagnachmittag bis Sonntagnacht ihre neueste Kollektion.

Außerdem ist die Modemesse für alle und nicht nur fürs Fachpublikum geöffnet. In Berlin darf jeder Kunde aufs Arena-Gelände. Außerdem präsentieren die Marken keine Mode, die erst in einem Jahr in die Läden kommt, sondern aktuelle Kollektionen. So können die Besucher die Jacken, Hosen und Schuhe, die sie auf den Ständen der Unternehmen oder auf den Modeschauen sehen, gleich mit ihrem Smartphone bestellen. Zwei, drei Tage später wird ihnen alles von Zalando nach Hause geliefert.

Von Z wie Zalando bis Z wie Zalando
Platz 10: Zalando Lounge
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Zalando Lounge ist der Rabattwarenladen des Online-Versandhändlers. Nutzer dieses Portals müssen sich registrieren. Danach bekommen sie Angebote mit bis zu 70 Prozent Rabatt. Die Mitgliedschaft in der Zalando Lounge ist kostenlos.

Umsatz (2014)*: 71,8 Millionen Euro**

*Quelle: Statista, EHI Retail Institute

**umfasst Einnahmen der Online-Shops in Deutschland im Segment Bekleidung, Schuhe und Textilien

Platz 9: Walbusch
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Bis in die 1960er-Jahre verkaufte Walbusch neben Herrenkleidung auch Elektrorasierer und Haushaltswaren. Später konzentrierte sich der Konzern auf den Verkauf von Herrenmode. Bekannt ist das Unternehmen für sein Hemd mit dem Walbusch-Kragen ohne Knopf. Zunächst war Walbusch nur als Versandhändler tätig. Erst 2009 wurde die erste Filiale eröffnet. Im Handelsblatt-Interview erklärte Firmenchef Christian Busch: „Die Frau entscheidet, was gekauft wird“.

Umsatz: 72,2 Millionen Euro

Platz 8: C&A Online
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Einst hatte C&A die Konfektionsgrößen eingeführt. Seitdem avancierte der Modekonzern zu den größten Bekleidungsherstellern Deutschlands. C&A beschäftigt mehr als 36.000 Menschen. Seit 2008 bietet der Konzern seine Kleidung auch im Internet an. Allerdings ist der Anteil des Internetgeschäfts gemessen am Gesamtumsatz in Deutschland (über drei Milliarden Euro) noch gering.

Umsatz: 79,3 Millionen Euro

Platz 7: s.Oliver
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s.Oliver kommt nicht wirklich in Fahrt. Seit Jahren kämpft der Modekonzern mit wirtschaftlichen Problemen. Zwar konnte der Umsatz im vergangenen Jahr leicht gesteigert werden, doch das Online-Geschäft weist entgegen des Trends rückläufige Zahlen vor. 2013 lag der Online-Umsatz bei 127 Millionen Euro. Im Jahr darauf sanken die Einnahmen um mehr als 16 Millionen Euro.

Umsatz: 110,8 Millionen Euro

Platz 6: Brands-4-Friends
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Im Umsatzranking auf Platz sechs ist die Private Sale GmbH aufgelistet. Hinter dem Unternehmen steckt brands4friends.de. Das ist eine kommerzielle Online-Community, die im Internet eine spezielle Sortimentsausrichtung anbietet. Zugang zum Angebot erhalten Interessenten nach einer Registrierung. brands4friends.de bot im September 2007 in Deutschland als erste Mode-Online-Community ihren Dienst an. Seitdem konnten die Erlöse kontinuierlich gesteigert werden.

Umsatz: 114,6 Millionen Euro

Platz 5: Esprit
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Der Online-Handel hat dem Moderiesen Esprit stark zugesetzt. Erst nach und nach erholt sich der Konzern – auch dank eines eigenen Online-Angebots. Mit einem Umsatz von mehr als 162 Millionen Euro positioniert sich Esprit in Deutschland auf dem fünften Platz.

Umsatz: 162,5 Millionen Euro

Platz 4: Heine
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Die Heinrich Heine GmbH gehört zu den ersten Modeversandhändlern in Deutschland mit eigenem Online-Shop. Bereits 1996 konnten Kunden ihre Ware im Internet bestellen. Seit 2009 wird der Fokus auf das E-Commerce zunehmend verstärkt.

Umsatz: 204 Millionen Euro

„Wir sind überzeugt, dass wir ein sehr spannendes Programm zusammengestellt haben, das eine Mischung aus Mode, Musik und Lifestyle bietet, und das es so noch nie gab“, gibt sich Carsten Hendrich, Vice President Marken-Marketing von Zalando.

Neben den Modeschauen setzt Hendrich bei der Premiere auf ein großes Musikprogramm mit Stars wie dem amerikanischen Rapper A$AP Rocky.

Außerdem testet Zalando viel Digitaltechnik. So können die Besucher bei der britischen Marke Topshop in einem sogenannten Instagram-Tunnel Fotos und Videos für das soziale Netzwerk produzieren und sofort teilen. Und Topmodel Gigi Hadid zeigt erstmals ihre neue Kollektion, die sie für das US-Label Tommy Hilfiger entworfen hat.

„Wir wollen nicht, dass möglichst viele Modemarken ihre Kleidung einfach auf einen Messestand hängen, sondern dass sie sich mit besonderen Ideen inszenieren“, sagte Zalando Mitgründer David Schneider, als er das Konzept im Sommer zur Fashion Week erklärte.

Der frühere Veranstalter der Bread & Butter ist insolvent
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