Zalando sucht Standort für Modemesse

Wohin mit Brot & Butter?

Zalando schreibt erneut rote Zahlen. Doch der Online-Modehändler hat noch andere Sorgen: Das Berliner Unternehmen kann sein großes Modeevent Bread & Butter wohl nicht im legendären Flughafen Tempelhof veranstalten.
Update: 12.11.2015 - 10:24 Uhr
Wo findet die Modemesse 2016 statt? Quelle: picture alliance/dpa
Bread & Butter Berlin im Flughafen Tempelhof

Wo findet die Modemesse 2016 statt?

(Foto: picture alliance/dpa)

BerlinDie Nachfolgeveranstaltung für die bekannte Modemesse Bread & Butter wird voraussichtlich nicht mehr im Flughafen Tempelhof in Berlin stattfinden. „Wir müssen uns wohl eine andere Location für die Veranstaltung suchen“, räumte ein Sprecher von Zalando gegenüber dem Handelsblatt ein. Die Berliner Online-Plattform befinde sich dazu in Gesprächen mit der Stadt.

Zalando wollte bereits im Januar mit einem neuen Konzept im legendären Flughafen Tempelhof starten. Doch im September kam die Absage. Denn der Berliner Senat kündigte an, die riesigen Gebäude des Flughafens für die Registrierung und die Unterbringung von Flüchtlingen zu nutzen.

Ausharren im Hangar
Flüchtlingsunterkunft im Hangar
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Bis 2008 wurden hier pro Jahr bis zu 30.000 Fluggäste abgefertigt, nun soll ein Teil des ehemaligen Hauptstadtflughafens Berlin-Tempelhof als Flüchtlingsunterkunft genutzt werden. Erbaut wurde der Flughafen bereits 1923 – als einer der ersten Verkehrsflughäfen überhaupt in Deutschland.

Schließung 2008
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Bis zu seiner Schließung trug der Tempelhofer Airport die Bezeichnung „Zentralflughafen“. Der letzte Flug erfolgte am 30. Oktober 2008, das ehemalige Flugfeld wird seither als Naherholungsgebiet genutzt. In den leerstehenden Gebäuden des ehemaligen Flughafens sollen nun bis zu 1000 Flüchtlinge untergebracht werden.

Hilfe der Bundeswehr
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Seit Tagen helfen Bundeswehrsoldaten dabei, einen ehemaligen Hangar bezugsfertig einzurichten. Die ersten 60 Flüchtlinge sind bereits eingezogen, weitere 300 sollen übers Wochenende folgen, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg.

Indoor-Zeltstadt
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Um niedrigen Temperaturen vorzubeugen, hat die Bundeswehr im großen, rund 18 Meter hohen Hangar 1 des Flughafens mit Freiwilligen von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk auch Großraumzelte aufstellen lassen, in denen mehrstöckige Holzbetten stehen.

Sonderbereich für Familien
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Bis zu sechs Doppelbetten stehen in einem Zelt, berichtet der Berliner „Tagesspiegel“. Auf Familien werde demnach besondere Rücksicht genommen: Sie werden im Hangar in einem gesonderten Bereich untergebracht, in dem die Zelte nicht mit der maximalen Bettenzahl belegt werden, um Privatsphäre zu ermöglichen.

Wärmeversorgung
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Auch die Wärmeversorgung ist gesichert: So sei laut „Tagesspiegel“ in der großen Halle ohnehin eine Heizanlage vorhanden, die durch kleinere Anlagen ergänzt werde. Auch funktionsfähige Toiletten finden sich im Hangar, allerdings nicht in ausreichender Zahl. Daher wurden mobile Toiletten und Duschcontainer aufgebaut.

Medizinische Versorgung
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Regelmäßig besuchten Ärzte die Unterkunft, um sich vom Gesundheitszustand der Flüchtlinge ein Bild zu machen, so der „Tagesspiegel“. Sollten die sanitären Anlagen trotz mobiler Vorrichtungen nicht ausreichen, soll es einen regelmäßigen Shuttle-Service zum nahegelegenen Columbiabad geben.

Der Online-Modehändler unterstützt dies, plant ein Wohltätigkeitsfestival für die Flüchtlinge und hatte den Start seiner neuen Veranstaltung auf kommenden Sommer verschoben. Angesichts des wachsenden Flüchtlingsstroms dürfte der Flughafen Tempelhof aber auch dann noch nicht zur Verfügung stehen.

Zalando hatte die Messe im Herbst übernommen. Die von Karl-Heinz Müller gegründete Bread & Butter musste Insolvenz anmelden. Die einst sehr erfolgreiche Messe für Freizeitmode hatte im Laufe der Jahre durch den Wechsel des Veranstaltungsorts von Berlin nach Barcelona und zurück für Irritationen in der Branche gesorgt. Außerdem waren immer weniger Modemarken bereit, die hohen Messekosten zu zahlen. Sie investieren lieber in soziale Netzwerke und ihre Flagshipstores.

An dem genauen Konzept für den Nachfolger der Bread & Butter arbeitet Zalando noch. Der Sprecher geht davon aus, dass „die Pläne nicht mehr dieses Jahr vorgestellt werden“. Klar ist aber, dass Zalando nicht an die Zukunft von Modemessen glaubt. „Wir wollen keine Messe, sondern eine Veranstaltung, auf der unsere Kunden Mode kaufen können“, sagte der Sprecher.

Das passt zur Strategie von Zalando, die digitale Welt der Online-Plattform erlebbar zu machen. Außerdem will Vorstand Rubin Ritter mit dem neuen Veranstaltungsformat die Marke Zalando stärken. „Wir arbeiten daran, Zalando selbst als Modemarke zu etablieren“, sagte Rubin in einer Telefonkonferenz zu den Neunmonatszahlen des Berliner Unternehmens.

Von Z wie Zalando bis Z wie Zalando
Platz 10: Zalando Lounge
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Zalando Lounge ist der Rabattwarenladen des Online-Versandhändlers. Nutzer dieses Portals müssen sich registrieren. Danach bekommen sie Angebote mit bis zu 70 Prozent Rabatt. Die Mitgliedschaft in der Zalando Lounge ist kostenlos.

Umsatz (2014)*: 71,8 Millionen Euro**

*Quelle: Statista, EHI Retail Institute

**umfasst Einnahmen der Online-Shops in Deutschland im Segment Bekleidung, Schuhe und Textilien

Platz 9: Walbusch
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Bis in die 1960er-Jahre verkaufte Walbusch neben Herrenkleidung auch Elektrorasierer und Haushaltswaren. Später konzentrierte sich der Konzern auf den Verkauf von Herrenmode. Bekannt ist das Unternehmen für sein Hemd mit dem Walbusch-Kragen ohne Knopf. Zunächst war Walbusch nur als Versandhändler tätig. Erst 2009 wurde die erste Filiale eröffnet. Im Handelsblatt-Interview erklärte Firmenchef Christian Busch: „Die Frau entscheidet, was gekauft wird“.

Umsatz: 72,2 Millionen Euro

Platz 8: C&A Online
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Einst hatte C&A die Konfektionsgrößen eingeführt. Seitdem avancierte der Modekonzern zu den größten Bekleidungsherstellern Deutschlands. C&A beschäftigt mehr als 36.000 Menschen. Seit 2008 bietet der Konzern seine Kleidung auch im Internet an. Allerdings ist der Anteil des Internetgeschäfts gemessen am Gesamtumsatz in Deutschland (über drei Milliarden Euro) noch gering.

Umsatz: 79,3 Millionen Euro

Platz 7: s.Oliver
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s.Oliver kommt nicht wirklich in Fahrt. Seit Jahren kämpft der Modekonzern mit wirtschaftlichen Problemen. Zwar konnte der Umsatz im vergangenen Jahr leicht gesteigert werden, doch das Online-Geschäft weist entgegen des Trends rückläufige Zahlen vor. 2013 lag der Online-Umsatz bei 127 Millionen Euro. Im Jahr darauf sanken die Einnahmen um mehr als 16 Millionen Euro.

Umsatz: 110,8 Millionen Euro

Platz 6: Brands-4-Friends
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Im Umsatzranking auf Platz sechs ist die Private Sale GmbH aufgelistet. Hinter dem Unternehmen steckt brands4friends.de. Das ist eine kommerzielle Online-Community, die im Internet eine spezielle Sortimentsausrichtung anbietet. Zugang zum Angebot erhalten Interessenten nach einer Registrierung. brands4friends.de bot im September 2007 in Deutschland als erste Mode-Online-Community ihren Dienst an. Seitdem konnten die Erlöse kontinuierlich gesteigert werden.

Umsatz: 114,6 Millionen Euro

Platz 5: Esprit
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Der Online-Handel hat dem Moderiesen Esprit stark zugesetzt. Erst nach und nach erholt sich der Konzern – auch dank eines eigenen Online-Angebots. Mit einem Umsatz von mehr als 162 Millionen Euro positioniert sich Esprit in Deutschland auf dem fünften Platz.

Umsatz: 162,5 Millionen Euro

Platz 4: Heine
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Die Heinrich Heine GmbH gehört zu den ersten Modeversandhändlern in Deutschland mit eigenem Online-Shop. Bereits 1996 konnten Kunden ihre Ware im Internet bestellen. Seit 2009 wird der Fokus auf das E-Commerce zunehmend verstärkt.

Umsatz: 204 Millionen Euro

Im dritten Quartal ist Zalando wieder in die roten Zahlen gerutscht. Der bereinigte Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag bei 23,5 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Im Vorjahreszeitraum lag das Ergebnis mit fast vier Millionen Euro noch im Plus. Zalando kam das Marketing sowie Investitionen in die App für Smartphones und Tablets teuer zu stehen. Allerdings legte der Umsatz deutlich zu und kletterte von Juli bis September um etwa 42 Prozent auf rund 713 Millionen Euro. Die Zahl der Kunden stieg zum Vorquartal um 800.000 auf 17,2 Millionen.

Für das Gesamtjahr hält das 2008 gegründete Unternehmen an der im Oktober angepassten Prognose fest. Demnach sollen die Erlöse um 33 bis 35 Prozent zulegen.

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