Zehn Fragen an: Raimund Hosch
„Wir sind der internationalste Messe- und Kongressplatz“

Der Chef der Berliner Messe, Raimund Hosch, vergleicht sich lieber mit Paris und Singapur als mit Frankfurt, Düsseldorf und Hannover. Doch zuweilen geht es in Berlin auch recht provinziell zu, wie etwa bei der Sanierung und Auslandsmessen. Ein Interview.

Warum sehen Sie Metropolen wie Paris eher als Ihre Konkurrenz?

Wir sehen uns als internationalster Messe- und Kongressplatz in Deutschland. Dorthin geht man bei Themen mit zentraler Bedeutung. Die Grüne Woche zum Beispiel hat sich als der Weltagrargipfel profiliert, sozusagen als „Davos der Agrarbranche“. So etwas passt nach Berlin. Die Zeiten, als nur Berliner zum Erlebnisbauernhof kamen, sind vorüber. Fachmessen von nationaler Bedeutung, wo sich überwiegend deutsche Branchenvertreter treffen, könnten an jedem Messeplatz stattfinden.

Welche Bedeutung haben die Großmessen fürs Geschäft?

Die Grüne Woche gehört wie die Touristikmesse ITB und die Internationale Funkausstellung IFA natürlich zu unseren Stützpfeilern. Laufen sie gut, wird das ganze Messejahr gut. Alle drei Messen belegen das komplette Gelände.

Das heißt für Ihr Geschäft ...

... dass 2008 nach seinem Beginn mit einer Rekordbeteiligung auf der Grünen Woche und der ITB wohl das erfolgreichste Jahr in der Geschichte der Messe Berlin wird. Wir erwarten einen Umsatz von 180 Mill. Euro und mit bis zu fünf Mill. Euro Gewinn vor Steuern ein gutes Ergebnis. Im veranstaltungsschwachen Vorjahr waren es 145 Mill. Euro und ein ausgeglichenes Ergebnis.

Aber Sie stoßen mit Ihren Messen an Kapazitätsgrenzen ...

An Überkapazitäten leidet Berlin nicht, im Gegenteil. Neben den drei großen Messen haben wir stark wachsende Veranstaltungen wie die Fruit Logistica oder die Schienenverkehrsmesse Innotrans. In der Tat müssen wir über Erweiterungen nachdenken. 20 000 bis 40 000 qm zusätzlich zu unseren 160 000 qm Hallenfläche könnten wir gut gebrauchen. Das Gelände ist vorhanden.

Wie sähe es mit der Finanzierung Ihrer Ausbaupläne aus?

Das geht aus eigener Kraft. Schon eine dreifache Komplettauslastung mit den drei genannten großen Messen würde genügen, um die neuen Hallen zu finanzieren und Kosten deckend zu betreiben.

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