"Zeit der Verluste ist vorbei"
Germanwings will mehr Kunden mit 19-Euro-Tickets locken

Bereits 2004 rechnet Germanwings trotz der erheblich gestiegenen Treibstoffkosten mit schwarzen Zahlen. Zudem will der zur Lufthansa gehörende Billigflieger im umkämpften deutschen Markt mit „aggressiven Preisen“ sowie weiteren Standorten neue Kunden gewinnen.

HB KÖLN. „Die Verlustperiode ist definitiv vorbei“, sagte der stellvertretende Geschäftsführer Andreas Bierwirth im Anschluss an eine Pressekonferenz am Montagabend in Köln. Unterm Strich werde das Ergebnis schwarz sein. 2003 habe die vor zwei Jahren an den Start gegangene Fluglinie noch Verluste verbucht. Deren genaue Höhe nennt das Unternehmen nicht.

Geschäftsführer Joachim Klein sagte vor Journalisten: „Wir erwarten im operativen Bereich 2004 eine schwarze Null.“ Voraussetzung sei allerdings, dass der Ölpreis in den verbleibenden beiden Monaten des Jahres nicht noch wesentlich stärker zu Buche schlagen werde. Frühere Angaben, wonach das Unternehmen das Ziel habe, 2004 einen operative Ergebnis von ein bis drei Mill. € zu erzielen, wurden am Montag in Unternehmenskreisen wiederholt.

Der seit Monaten immer weiter steigende Ölpreis belaste das Ergebnis monatlich mit 600 000 bis 800 000 €, sagte Klein. Für 2004 habe das Unternehmen den Ölpreis zu 90 % abgesichert, für das kommende Jahr zu 50 %. „Auf Dauer können wir aber nicht ausschließen, dass wir Kosten an die Kunden weitergeben müssen.“

Von Januar bis Oktober habe Germanwings etwa 2,8 Mill. Fluggäste befördert, was einer Steigerung von 44 % im Vergleich zum Vorjahr entspreche. Bis Jahresende würde die Zahl bei etwa 3,5 Mill. liegen. Der Umsatz werde 2004 voraussichtlich bei 230 bis 240 Mill. € liegen nach 150 Mill. € im Jahr zuvor.

Im umkämpften deutschen Billigflieger-Markt will der führende deutsche Anbieter außerdem mit „aggressiven Preisen“ neue Kunden gewinnen. Im kommenden Jahr wolle Germanwings 4,5 bis sechs Mill. Passagiere befördern und ihre Flotte auf bis zu 20 Flugzeuge von 15 Maschinen in diesem Winter aufstocken, sagte Klein. Zudem sei vorgesehen, ein bis zwei weitere Abflughäfen - im Gespräch seien Berlin-Schönefeld, Hamburg, Nürnberg und Zürich - aufzubauen. Derzeit sind die Köln/Bonn und Stuttgart die Drehkreuze der Fluglinie.

„Wir werden mit aggressiven Preisen in den Markt gehen - und zwar mit einem großen Volumen an Günstig-Tickets von 19 €“, sagte Klein. Dieses Volumen soll „nicht weniger als 10 %“ der Gesamtkapazität einer Maschine ausmachen. Zudem hat der Low-Cost-Carrier Landerechte für die Destinationen St. Petersburg, Kopenhagen, Toulouse, Catania und Birmingham angemeldet. „Wenn alles glatt geht, wollen wir diese Ziele zusätzlich ab Sommer 2005 in unser Angebot nehmen.“

Der Wettbewerb in der Branche werde sich weiter zuspitzen, sagte Klein. Es werde sicher zu weiteren Konsolidierungen kommen, bei denen der ein oder andere Konkurrent auf der Strecke bleiben werde. Vor kurzem hatte die niederländische Billigfluglinie V Bird ihren Flugbetrieb eingestellt.

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