Zeitarbeitsbranche
Adecco leidet unter dem Marktumfeld

Die Zeitarbeitsbranche hat es naturgemäß nicht leicht in Phasen, in denen Firmen unter Überkapazitäten leiden. Daher ist auch der weltgrößte Personalvermittler Adecco im vergangenen Jahr durch die Wirtschaftskrise gebremst worden.

MÜNCHEN. Der scharfe Einbruch in der Industrie macht den Personaldienstleistern einen Strich durch die Rechnung. Adecco, der weltgrößte Personaldienstleister, ist überraschend im vierten Quartal in die roten Zahlen gerutscht und gibt einen düsteren Ausblick für das laufende Jahr. „Der Januar lag 25 Prozent unter dem Vorjahr, und der Februar sieht in manchen Ländern noch einen Tick schlechter aus“, sagte Adecco-Chef Dieter Scheiff am Mittwoch.

Bereits Ende Februar hatte auch der niederländische Konkurrent Randstad rote Zahlen für das Schlussquartal vorgelegt und die Dividende gestrichen. Ebenso wie Randstad bestreitet bestreitet Adecco rund die Hälfte seiner Erlöse mit Industriekunden. Ein Drittel der Umsätze kommt aus Frankreich, rund sieben Prozent aus Deutschland. Besonders schlimm erwischte es die Märkte in Spanien mit einem Rückgang um 30 Prozent, Italien brach gar um 35 Prozent ein. In Deutschland hielt sich der Rückgang mit 13 Prozent in Grenzen.

Insgesamt gingen die Erlöse um 14 Prozent auf 4,63 Mrd. Euro im vierten Quartal zurück. Adecco weist für das Schlussquartal einen Verlust von 22 Mio. Euro aus, ein Jahr zuvor machten die Schweizer noch 150 Mio. Euro Gewinn. 116 Mio. Euro musste Adecco auf seine Zukäufe abschreiben, unter anderem auf die deutsche Tuja-Gruppe. Konzernchef Scheiff kündigte ein Investitionsprogramm von 50 Mio. Euro für das erste Halbjahr an, gleichzeitig schloss Adecco einen Stellenabbau nicht aus. Weltweit hat Adecco selbst 34 000 Beschäftigte, insgesamt stehen 500 000 Zeitarbeiter unter Vertrag.

In Deutschland ist Adecco in den vergangenen Jahren kräftig gewachsen. 2003 hatte der damalige Arbeitsminister und heutige Adecco-Berater Wolfgang Clement der Branche die Fesseln genommen. Seitdem hat sich die Zahl der Zeitarbeiter in Deutschland auf 800 000 im vergangenen Sommer erhöht. Nach Berechungen des Bundesverbandes Zeitarbeit sind aber seitdem 150 000 Stellen wieder abgebaut worden. Dennoch bleibt die Branche zuversichtlich. Europas größte Volkwirtschaft hat aus Sicht der Zeitarbeitsfirmen immer noch einen Nachholbedarf: Mit zwei Prozent ist die Zeitarbeitsquote halb so hoch wie in Großbritannien oder den Niederlanden. Erklärtes Ziel der Branche und der Bundesagentur für Arbeit ist es, die Zeitarbeitsquote auf das Niveau der Nachbarländer zu bringen.

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