Zeitarbeitsbranche
Randstad sucht Zeitarbeiter ab 50

Der Personaldienstleister Randstad sagt voraus, dass sich der Zeitarbeitsmarkt in Deutschland mehr als verdoppeln wird. Randstad selbst will an diesem Wachstum intensiv teilhaben und setzt dabei auf eine ungewöhnliche Strategie.

HB MÜNCHEN. Der Zeitarbeitsboom in Deutschland wird sich nach Ansicht des Branchenprimus Randstad fortsetzen. „Eine Verdoppelung oder Verdreifachung des Marktes ist für uns gut vorstellbar“, sagte Deutschland-Chef Eckard Gatzke am Dienstagabend im Club Münchner Wirtschaftspresse. Bislang gebe es 600 000 Zeitarbeiter, in naher Zukunft könnten es bis zu zwei Mill. sein. Derzeit seien rund 5000 Zeitarbeitsfirmen in Deutschland aktiv.

Für Firmen werde es immer wichtiger, in Zeiten mit vollen Auftragsbüchern oder Personalengpässen schnell und flexibel Mitarbeiter für eine begrenzte Zeit anzuheuern, erklärte Gatzke den Boom. Andere europäische Länder seien dabei schon deutlich weiter - in Großbritannien etwa seien bereits 4,4 Prozent der Beschäftigten Zeitarbeiter, gegenüber 1,3 Prozent in Deutschland.

Der Randstadt-Konzern, der seinen Stammsitz in den Niederlanden hat, will seinen Marktanteil nach Gatzkes Angaben in Deutschland auf rund 20 Prozent verdoppeln. Auch Zukäufe seien dafür denkbar. 2006 hat Randstad in Deutschland bei einem Umsatzwachstum von 40 Prozent auf 1,3 Mrd. Euro 13 000 neue Jobs geschaffen - womit die Mitarbeiterzahl auf 44 000 stieg. Mit einem Marktanteil von elf Prozent und mehr als 10 000 Kunden ist Randstad nach eigenen Angaben der größte Personaldienstleister in Deutschland.

In diesem Jahr ist das Unternehmen auf der Suche nach älteren Arbeitnehmern. „Wir wollen den Anteil der über 50-Jährigen dramatisch erhöhen“, sagte Gatzke. Derzeit seien nur zwölf Prozent der durchschnittlich 40 000 Randstad-Beschäftigten älter als 50 Jahre. Randstad habe mit älteren Arbeitnehmern sehr gute Erfahrungen gemacht. Die Vorbehalte vieler Unternehmen, ältere Beschäftigte seien häufiger krank oder unmotivierter, kann er nicht teilen. „Aber keiner traut sich, sie einzustellen.“ 60 Prozent der Arbeitgeber seien nicht bereit, über 50-Jährige unter Vertrag zu nehmen.

Besonders in technischen Berufen seien qualifizierte Arbeitnehmer zurzeit oft Mangelware. „Ich suche die Ingenieure über 50 händeringend.“ Insgesamt habe Randstad derzeit rund 5000 freie Stellen. Auch junge Leute seien natürlich bei Randstad sehr willkommen.

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