Zeitarbeitsfirma Adecco lässt nicht locker
Michael Page weiterhin gegen Übernahme

Der britische Personalvermittler Michael Page zeigt dem schweizerischen Zeitarbeitsunternehmen Adecco weiter die kalte Schulter. Page wies ein neues Übernahmeangebot zurück und stellt die Gespräche mit Adecco ein. An der Aktienreaktion lässt sich viel zu Adeccos Chancen ablesen.

HB LONDON/ZÜRICH. Die 1,6 Mrd. Euro schwere Übernahmeofferte des Weltmarktführers bewertet Page nach Angaben vom Freitag "erheblich zu tief". Aktionären und Mitarbeitern wäre wesentlich besser gedient, wenn Page als unabhängiges Unternehmen erhalten bleibe. Adecco gibt sich aber noch nicht geschlagen, obwohl es schon der zweite Korb von Page binnen zwei Wochen ist.

Anfang August hatten die Schweizer zunächst 400 Pence je Page-Aktie in Aussicht gestellt und waren damit abgeblitzt. Im neuen zweiten Anlauf hat Adecco zu verstehen gegeben, sich auch mit der Hälfte von Page zufriedengeben zu wollen, doch mehr Geld wurde nicht geboten. "Auch die nachgebesserte Offerte bewertet das Unternehmen und seine Aussichten wesentlich zu tief und ist für die Aktionäre unattraktiv, da sie die Minderheit in einem von Adecco kontrollierten Unternehmen halten würden", begründet der Verwaltungsrat der Briten seine Ablehnung.

Auch nach weiteren Gesprächen sei Adecco nicht bereit gewesen, das Angebot zu erhöhen. Entsprechend brach Michael Page das Gespräch mit Adecco nun ab. Adecco müsse nun den britischen Übernahmeregeln zufolge innerhalb einer gewissen Frist verbindlich sagen, ob der Konzern ein Angebot vorlege oder nicht.

Adecco bekräftigte am Freitag, dass immer noch Spielraum für ein Zusammenschluss bestehe. Es sei jedoch wichtig, dass im Pages Topmanagement an Bord bleibe.

Die Page-Aktien sanken in Londen acht Prozent auf 308 Pence. Dies deutet darauf hin, dass der Markt nicht mit einem erfolgreichen Adecco-Angebot rechnet. Die Adecco-Aktien verloren ein halbes Prozent.

"Ich war bezüglich dieser Transaktion von Beginn weg skeptisch", sagte ING-Analyst Marc Zwartsenburg. Dass das Angebot als freundlich eingestuft werde, müsse Adecco die Offerte deutlich erhöhen, vielleicht auf mindestens 500 Pence. Die Lücke zwischen dem, was Adecco zu zahlen gewillt sei, und dem was Michael Page fordere, sei zu gross.

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