Zeitarbeitsfirma
Hedge-Fonds macht Front gegen Börsenrückzug von DIS

Der Hedge-Fonds Elliott Associates will den Rückzug der Düsseldorfer Zeitarbeitsfirma DIS von der Börse nicht hinnehmen. Der entsprechende Beschluss der Hauptversammlung ist möglicherweise wegen eines Formfehlers ungültig.

HB DÜSSELDORF. Der Eigentümer von mehr als zehn Prozent der DIS-Anteile verlangte am Freitag eine Wiederholung der Hauptversammlung, die erst am frühen Morgen zu Ende gegangen war. Andernfalls werde Elliott eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen. Die Düsseldorfer Rechtsanwaltskanzlei Dreier Riedel kündigte an, im Auftrag von Minderheitsaktionären des Personaldienstleisters vor Gericht Anfechtungsklage einzureichen. Der scheidende DIS-Chef Dieter Scheiff hatte damit gerechnet: „Es werden sicherlich Anfechtungsklagen kommen“, sagte er auf einer Pressekonferenz.

DIS beantragte am Freitag die Streichung der im Kleinwerteindex SDax notierten Aktie vom Kurszettel, nachdem die Hauptversammlung mit den Stimmen des neuen Mehrheitseigentümers Adecco dies beschlossen hatte. Wie Scheiff einräumte, fiel der Beschluss allerdings erst nach Mitternacht. DIS hatte die Hauptversammlung nur für Donnerstag einberufen. In ähnlichen Fällen habe Gerichte solche Beschlüsse für nichtig erklärt. „Die Hauptversammlung endete gegen zwei Uhr morgens“, erklärte Elliott. „Insbesondere der umstrittene Delisting-Beschluss wurde rechtswidrig erst nach Mitternacht gefasst.“ Journalisten waren als Beobachter der Hauptversammlung von DIS nicht zugelassen worden.

Elliott lehnt die den Minderheitsaktionären gebotene Offerte der mit 83 Prozent beteiligten Schweizer DIS-Mutter Adecco über 55,80 Euro je Aktie ab. Der Kurs liegt bei knapp 75 Euro. Nach dem Delisting bleiben die Kleinaktionäre an der Firma beteiligt, können die Aktien aber nicht mehr über die Börse verkaufen. „Das Delisting und die Kürzung der Dividende hatten nur einen Zweck, nämlich die Aktionäre aus der Gesellschaft zu vertreiben“, sagte Rechtsanwalt Peter Dreier.

Auf der Hauptversammlung wurde eine drastische Kürzung der Dividende beschlossen. Für 2005 erhalten die Anteilseigner fünf Cent nach 80 Cent im Vorjahr. Mitte Februar hatte DIS noch einen Anstieg der Ausschüttung in Aussicht gestellt.

Scheiff will nicht auf die Minderheitsaktionäre zugehen. Er gehe davon aus, dass die Hauptversammlung rechtens verlaufen sei und dem Antrag auf Börsenrückzug stattgegeben werde. Ziel der kritischen Aktionäre sei der Abbruch der Hauptversammlung gewesen. Das sei ihnen nicht gelungen. Eine außergerichtliche Einigung schloss er aus. „Wir denken nicht an einen Ausgleich mit den Minderheitsaktionären“, sagte Scheiff.

Er wechselt zum 1. Juli an die Spitze der neuen Schweizer Muttergesellschaft. Sein Nachfolger wird der Vorstandssprecher der Seefelder Zahntechnikfirma 3M Espe, Andreas Dinges. Neu in den Aufsichtsrat von DIS wurde unter anderem der ehemalige Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement gewählt.

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