Zeitungsbranche: Gesellschafter gegen „Süddeutsche“-Verkauf an Finanzinvestoren

Zeitungsbranche
Gesellschafter gegen „Süddeutsche“-Verkauf an Finanzinvestoren

Mitgesellschafter Johannes Friedmann will einen Verkauf des Süddeutschen Verlags an einen Finanzinvestor verhindern. „Eine Heuschrecke darf niemals Herausgeber der „SZ' werden“, sagte Friedmann, dessen Familie 18,75 Prozent an dem Münchner Verleger der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ) gehört, dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“.

HB FRANKFURT. Seine Familie und die ebenfalls mit 18,75 Prozent beteiligte Südwestdeutsche Medien Holding SWMH (Stuttgarter Zeitung, Stuttgarter Nachrichten) wollten nicht verkaufen. „Wir sind an einem guten Preis nicht interessiert. Er könnte auch fünf Mal so hoch sein“, sagte Friedmann im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters. Mehrere Eigentümerfamilien des Verlags der auflagenstärksten deutschen Qualitätszeitung gelten als verkaufswillig. Friedmann sagte aber, allenfalls drei der fünf Familien hätten den dafür nötigen einstimmigen Beschluss gefasst. Damit stünde vermutlich nur ein Minderheitsanteil zum Verkauf, während ein Investor wohl an einer Dreiviertelmehrheit interessiert sei.

Zudem müssten die übrigen Gesellschafter der Aufnahme eines neuen Miteigentümers in den Kreis der Verleger zustimmen. „Ich werde diese Zustimmung einem Finanzinvestor niemals erteilen“, sagte Friedmann. Der Süddeutsche Verlag gehört den Familien Schwingenstein, Dürrmeier, Friedmann, Goldschagg und von Seidlein. Als er in der Medienkrise in Schwierigkeiten geriet, war die SWMH als sechster Gesellschafter mit einer Finanzspritze eingestiegen. Die Übernahme der „Berliner Zeitung“ und der „Hamburger Morgenpost“ durch den britischen Finanzinvestor David Montgomery war in Deutschland 2005 auf heftige Kritik gestoßen. Kritiker werden ihm überhöhte Renditevorstellungen vor, die zu Lasten der Qualität gingen.

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