Zentrale im Fokus
Karstadt streicht nach Verlusten massiv Stellen

Der Arcandor-Konzern hat Konsequenzen aus der schlechten Lage der Warenhaustochter Karstadt gezogen und einen massiven Stellenabbau in der Essener Zentrale angekündigt. Mehr als jede fünfte Verwaltungs- und Leitungsstelle soll gestrichen werden.

HB ESSEN. „Betriebsbedingte Kündigungen sind nicht ausgeschlossen“, bestätigte Karstadt-Sprecher Michael Scheibe am Dienstag. Die Beschäftigten waren am Montag über die Pläne informiert worden, wonach 400 bis 450 der 2000 Stellen in der Zentrale wegfallen werden.

Der Betriebsrat will die Streichungen teilweise verhindern. Die Arbeitnehmer hätten dazu eine Liste für Sacheinsparungen vorgelegt, sagte der Landes-Sprecher der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Günter Isemeyer, in Düsseldorf. „Ziel ist es, so viele Arbeitsplätze wie möglich zu sichern.“ Der Betriebsrat stehe bereits in Gesprächen mit der Geschäftsführung. Dabei geht es auch um Interessensausgleiche und einen Sozialplan.

Der Arcandor-Konzern hatte im August schwache Geschäftszahlen der Warenhaus GmbH bekanntgegeben und Konsequenzen angekündigt. Der Konzern macht wie Verdi auch das schwache Konsumklima für die Lage verantwortlich. Die Gewerkschaft sieht aber auch Fehler des Managements. Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz hatte Konzern-Chef Thomas Middelhoff nach der Bekanntgabe der Quartalszahlen im August vorgeworfen, seit drei Jahren kein schlüssiges Konzept zu haben. Entscheidend sei, dass die Warenhaussparte allein nicht erfolgreich sein könne, hatte die Vereinigung im August mit Blick auf eine mögliche Allianz mit dem Konkurrenten Kaufhof erklärt.

Das Warenhausgeschäft war im dritten Quartal stark unter Druck geraten. Das operative Ergebnis verschlechterte sich um 42,5 Mill. auf minus 50,9 Mill. Euro. Der Umsatz ging von April bis Ende Juni um 1,9 Prozent auf 886,9 Mill. Euro zurück.

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