Zigaretten-Zukauf

Camel plant den Angriff auf Marlboro

Der Camel-Hersteller Reynolds bestätigt Gespräche mit Lorillard, der Nummer drei auf dem amerikanischen Tabak-Markt. Der Zukauf wäre ein direkter Angriff auf Branchenprimus Altria. Auch Imperial Tobacco erwägt Zukäufe.
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Der Camel- und Pall-Mall-Hersteller Reynolds plant eine Attacke auf Branchenprimus und Marlboro-Hersteller Altria. Quelle: ap

Der Camel- und Pall-Mall-Hersteller Reynolds plant eine Attacke auf Branchenprimus und Marlboro-Hersteller Altria.

(Foto: ap)

LondonIn der Tabak-Branche bahnt sich eine Mega-Fusion an. Die Nummer zwei in den USA, der Camel- und Pall-Mall-Hersteller Reynolds, prüft den Kauf der Nummer drei, Lorillard. Die beiden Firmen seien in Verhandlungen, der Ausgang sei aber noch offen, teilte Reynolds am Freitag mit. Lorillard ist an der Börse 23 Milliarden Dollar wert. Die Firma produziert die in den USA führende e-Zigarette blu. Eine Fusion würde die Konkurrenz für US-Marktführer Altria mit seinem Flaggschiff Marlboro deutlich erhöhen. Altria hat in den USA einen Marktanteil von rund 50 Prozent, Reynolds von 27 und Lorillard von 15 Prozent. Der US-Zigaretten-Markt ist immer noch der weltgrößte und profitabelste. Aber er schrumpft weil immer mehr Menschen dort das Rauchen aufgeben.

Reynolds reagierte mit der Erklärung auf den britischen Gauloises- und Davidoff-Hersteller Imperial Tobacco, der zuvor mitgeteilt hatte, zur Stärkung seiner US-Position über Zukäufe zu verhandeln. Dabei könnte es um Marken wie Kool oder Salem gehen, die Reynolds und Lorillard losschlagen könnten, um von den Wettbewerbshütern grünes Licht für ihre Fusion zu bekommen. Einem Insider zufolge könnte Imperial bis zu sieben Milliarden Dollar für Zukäufe ausgeben.

Die Nachrichtenagentur Reuters hatte bereits im Mai berichtet, Reynolds und Lorillard seien seit Monaten in Fusionsgesprächen. Bestätigt wurden sie aber erst jetzt. Zu Lorillard gehören neben blu auch die in den USA führende Menthol-Zigarette Newport und die in Europa eher unbekannte Marke Kent.

Welche deutschen Marken die Welt erobern
File picture illustration of Samsung Electronics' Galaxy S4 and Apple's iPhone 5 taken in Seoul
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Die Weltspitze

Ein iPhone (rechts) und ein Samsung Galaxy: Dieses Foto zeigt nicht nur zwei der beliebtesten Handys sondern auch die beiden wertvollsten Marken unserer Zeit. Zum dritten Mal in Folge ist Apple an der Spitze des „Global 500“-Rankings, das Marken nach ihrem Wert auflistet. Auf 104,68 Milliarden Dollar beziffern die Herausgeber der Rangliste von der Agentur Brand Finance den Wert von Apple

Mit 78,75 Milliarden Dollar steht der südkoreanische Konzern Samsung auf Platz zwei. Danach kommen mit Google und Microsoft zwei weitere Technologie-Marken. Die Reihenfolge dieser Spitzenreihe ist unverändert im Vergleich zum Vorjahr - allerdings steigt Samsung schneller im Wert als Apple.

File photo of car emblems for the Porsche 918-Spyder placed in box at production line in Stuttgart
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Platz 10: Porsche

Wir stellen die Top-Ten der deutschen Marken im „Global 500“-Ranking vor. Auf Platz 98 der weltweit wertvollsten Marken steht der Sportwagenbauer Porsche, der damit Platz zehn unter den deutschen Marken belegt. 11,37 Milliarden Dollar ist die Marke laut Berechnung der Marktforscher wert. Das ist in etwa so viel wie im Vorjahr.

Aldi Nord plant angeblich Rekordinvestitionen
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Platz 9: Aldi

Längst sind sowohl Aldi-Süd als auch Aldi-Nord internationale Konzerne mit tausenden Filialen in Europa, Australien und den USA. Dementsprechend wertvoll ist die Marke Aldi: Mit 12,92 Milliarden Dollar steht sie auf Platz 87 im weltweiten Ranking.

SAP
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Platz 8: SAP

Der einzige deutsche Softwarekonzern, der im Ranking vertreten ist: SAP aus Baden-Württemberg. Die Marke gilt vielen als Garant für verlässliche Software- und Datenbanklösungen. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Markenwert um fast drei Milliarden Dollar gestiegen, jetzt ist der Name SAP 13,36 Milliarden wert. Damit steigt der Konzern von Platz 88 auf 84.

Jain and Fitschen, Co-CEOs of Deutsche Bank AG arrive for the bank's annual news conference in Frankfurt
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Platz 7 - Deutsche Bank

Abgerutscht ist hingegen die Deutsche Bank - von Platz 62 auf 80. Damit ist das von Jürgen Fitschen (links) und Anshu Jain geführte Unternehmen zwar immer noch die wertvollste Bank-Marke aus Deutschland (die Commerzbank stieg von 473 auf 407), der Wert der Marke ist aber deutlich geschrumpft. 2013 waren es noch 14,57 Milliarden Dollar, in diesem Jahr nur noch 13,49.

File photo of safety helmets piled up at Siemens AG gas turbine factory hall in Berlin
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Platz 6: Siemens

Der Technologiekonzern Siemens ist unter anderem in den Bereichen Medizintechnik, Verkehrstechnologie und Energiewirtschaft tätig - der Name steht für Ingenieurshandwerk „Made in Germany“. In Zahlen ausgedrückt heißt das: Die Marke Siemens ist 20,36 Milliarden Dollar wert. Das ist etwas mehr als im Jahr zuvor, dennoch fällt Siemens im weltweiten Ranking von Platz 33 auf 39.

Allianz Arena vor Eröffnung
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Platz 5: Allianz

Einen riesen Sprung im Ranking macht der weltgrößte Versicherungskonzern Allianz: Von Platz 75 auf 38 der weltweit wertvollsten Marken. Grund ist unter anderem das offensive Marketing des Münchner Unternehmens. Erst vor kurzem wurde bekannt gegeben, dass die Allianz Arena noch bis mindestens 2041 den Namen des Versicherers tragen dürfte. Auch in anderen Ländern sollen Namensrechte den Bekanntheitsgrad weiter steigern: In Nizza steht die Allianz Riviera, in Sydney das Allianz Stadium und in London spielt der Saracens Rugby Club im Allianz Park. Engagements wie diese lassen den Markenwert kräftig wachsen - von 12,66 auf 20,42 Milliarden Dollar.

Reynolds könnte der Analystin Bonnie Herzog von Wells Fargo zufolge einen Aufschlag von etwa 20 Prozent auf den Börsenkurs zahlen, was auf einen Preis von rund 27 Milliarden Dollar hinauslaufen würde. Reynolds gehört zu 42 Prozent der britischen Tabak-Größe British American Tobacco, der bereits ankündigte, einen Kauf von Lorillard durch Reynolds zu unterstützen.

Viele große Tabak-Konzerne stehen unter Druck, weil Behörden verstärkt gegen die Nikotinsucht vorgehen und Verbraucher gesundheitsbewusster werden. Zudem machen Zigarettenschmuggel und die allgemeine Wirtschaftslage den Unternehmen zu schaffen. Altrias US-Tochter Philip Morris hatte schon vor längerem erklärt, E-Zigaretten als wichtigsten Wachstumstreiber zu sehen. Sie ähneln klassischen Glimmstängeln, es wird aber nichts verbrannt. Meist werden nikotinhaltige Flüssigkeiten verdampft. Experten zufolge entstehen aber auch dabei bedenkliche Substanzen, die Passivraucher über die Atemluft aufnehmen können.

  • rtr
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