Zu Streiks aufgerufen
Britische Gewerkschaften auf Konfliktkurs zu DHL

Der Deutschen Post stehen wegen ihres vereinbarten Milliardengeschäfts mit dem britischen Gesundheitswesen möglicherweise Proteste ins Haus. Gewerkschaften in Großbritannien hatten zum Streik ausgerufen. Noch ist das Kräftemessen zwischen den britsichen Gewerkschaften und der Deutschen Post nicht entschieden.

HB DÜSSELDORF. Die Deutsche Post erwartet keine Beeinträchtigung ihres vereinbarten Milliardengeschäfts mit dem britischen Gesundheitswesen durch einen von der zuständigen Gewerkschaft ausgerufenen Streik. Ein Post-Sprecher sagte am Dienstag, man gehe davon aus, dass die Tochter DHL auf jeden Fall wie geplant ab Oktober die Logistikleistungen des National Health Service (NHS) übernehmen und dass dies dann reibungslos laufen werde. Die Mehrheit der NHS-Mitarbeiter stehe der Transaktion und den für sie vereinbarten Konditionen positiv gegenüber.

Man reche damit, dass sich der Konflikt nicht zuspitzt, sagte der Konzernsprecher weiter. Die Beschäftigten seien nämlich bei der am Montag abgehaltenen Urabstimmung der Gewerkschaft Unison noch nicht über die Einzelheiten des Vertrags unterrichtet gewesen. Im Nachhinein hätten mehrere Mitarbeiter erklärt, nicht für den Streik gestimmt zu haben, wenn sie die Informationen vorher erhalten hätten. Sollte es dennoch zu einem Arbeitskampf kommen, dürfe dieser nach britischem Recht nur vor dem 1. Oktober abgehalten werden, fügte der Post-Sprecher hinzu.

Von diesem Tag an soll DHL einen großen Teil der Einkäufe für rund 600 Krankenhäuser und andere Gesundheitsdienstleister in Großbritannien übernehmen. Der Anfang September mit der Regierung in London vereinbarte Auftrag geht über zehn Jahre und hat ein Umsatzvolumen von 2,3 Mrd. Euro. In diesem Zusammenhang sollen im Gesundheitswesen mehr als 1 000 Stellen geschaffen und zwei neue Lager eingerichtet werden. Von den Beschäftigten werde niemand schlechter gestellt, betonte der Post-Sprecher.

Aus Sicht des Bonner Konzerns ist die Widerstand der Gewerkschaft im Zusammenhang mit einer breiteren politischen Diskussion in Großbritannien über das generelle Ausmaß der Privatisierungen zu sehen. Unison habe das Thema DHL offenbar mit Blick auf den Labour-Parteitags Ende September aufgegriffen.

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