Züge nach China geplant
Bahn stellt sich dem Wettbewerb

Die Konkurrenz auf dem heimischen Schienennetz hat sich aus Sicht der Deutschen Bahn verstärkt. Mit Zügen bis nach China und neuen Marktstrukturen will sich das Unternehmen dem Wettbewerb stellen. Für den Einzelwagenverkehr läuft allerdings eine Galgenfrist.

HB BERLIN. Im Herbst sollen die Aktivitäten der Bahn AG zur Schaffung einer „Landbrücke“ zwischen Asien und Europa in eine Kooperation mit der chinesischen Eisenbahn münden. Bahnchef Hartmut Mehdorn sagte am Donnerstag in Berlin, er halte es für möglich, „dass wir ab 2008 mit täglichen Regelzügen nach China verkehren“. Mehdorn hatte in der vergangenen Woche mit der russischen Staatsbahn RZD einen Vertrag über eine gemeinsame Logistik-Gesellschaft abgeschlossen. Es gebe bereits Anfragen von Autoherstellern.

Der Hochgeschwindigkeitszug ICE soll künftig auf mehr Strecken im 30-Minuten-Takt fahren. Neben der Verbindung zwischen Köln und dem Frankfurter Flughafen betrifft dies auch die neue Trasse zwischen Nürnberg und München, wie Bahn-Personenverkehrschef Karl Friedrich Rausch sagte. „Das ist fast wie S-Bahn fahren“, wurde der Manager zitiert. Später solle der 30-Minuten-Takt auf andere Strecken ausgeweitet werden.

Rausch gab außerdem bekannt, dass die Bahn bereits mehr als 100 000 „WM-Bahncards“ verkauft habe. Sie gilt mindestens bis 31. Juli, kostet 19 Euro und ist gut für 25 Prozent Rabatt in der zweiten Klasse. Insgesamt seien zurzeit 3,4 Mill. Bahncards aller Art im Markt, was einem Plus von 26 Prozent zu 2004 entspreche. Der Personenverkehrs-Vorstand kündigte an, die Möglichkeiten des Internet-Surfens im fahrenden Zug auf die gesamte ICE-Flotte und alle Strecken auszuweiten. Bislang gibt es diese Möglichkeit nur zwischen Köln und Dortmund.

Der für Transport und Logistik zuständige Bahnvorstand Norbert Bensel will den Einzelwagenverkehr in der derzeitigen Form offenbar nur über 2008 hinaus weiterführen, wenn er wirtschaftlichen Kriterien genügt. Er gab sich aber optimistisch, dass die Wirtschaftlichkeit in dieser Zeit zu erreichen sei, wenn es gelinge, die Systeme europaweit zu vernetzen. Der Einzelwagenverkehr kam vor gut fünf Jahren in die Diskussion, als die Bahn mit dem Argument der Unwirtschaftlichkeit für rund 1 000 der damals 2 000 Güterbahnhöfe das Aus verkündete.

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