Zukäufe in Deutschland im Visier
Österreichische Post forciert Börsengang

Der Chef der österreichischen Post, Anton Wais, drückt ungeachtet politischer Hindernisse und trotz Widerständen im eigenen Haus bei einem möglichen Börsengang des Unternehmens aufs Gas: „Aus meiner Sicht ist der Börsengang nach der Vorlage der Bilanz 2005 möglich“, sagte Wais dem Handelsblatt.

DÜSSELDORF. Er kündigte an, dass das noch staatseigene Unternehmen in diesem Jahr sowohl beim Umsatz wie auch beim Ergebnis vor Steuern und Abschreibungen zulegen werde. Die österreichische Post hatte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 1,6 Mrd. und einen Betriebsgewinn von 86,6 Mill. Euro erzielt. Langfristig solle sich der Staat auf einen Anteil an der Post zurückziehen, der nur eine Sperrminorität gegen Übernahmen sicherstellt, forderte der Postchef.

Der Postchef möchte so schnell wie möglich an die Börse, weil er Geld für seine Expansionspläne braucht. Das könnte er zwar auch am Kapitalmarkt aufnehmen, aber „ich habe immer lieber zwei Möglichkeiten als eine“, sagt Wais. Sein Augenmerk bei Zukäufen liegt auf Südosteuropa - und auf Deutschland, wo er bereits Namen nennt: „Wir wollen im Logistikbereich in Westeuropa durch Zukäufe wachsen. Da gibt es einige interessante Objekte. Transoflex in Deutschland gehört dazu, schon weil der deutsche Markt wegen seiner schieren Größe interessant ist.“

Mit dem Weinheimer Lieferdienst Transoflex, der in 19 Ländern vertreten ist, besäßen die Österreicher mit einem Schlag ein flächendeckendes Vertriebsnetz in Westeuropa. Das deutsche Unternehmen hat im vergangenen Jahr vor allem mit Dienstleistungen im Paketbereich einen Umsatz von 430 Mill. Euro erzielt. Eigentümer ist ein Finanzinvestor, der Transoflex erst in diesem Jahr von der deutschen Post und der bayerischen Landesbank gekauft hat.

Dass die Österreicher damit der Deutschen Post auf ihrem eigenen Gebiet ernsthaft Konkurrenz machen können, hält Wais für abwegig. Die Deutsche Post erziele ein höheres Ergebnis im Monat als die österreichische Konkurrenz im Jahr. „Das ist nicht mal wie bei David gegen Goliath.“ Die Deutschen waren vor zwei Jahren als Käufer der österreichischen Post im Gespräch. Das Geschäft platzte, als es frühzeitig bekannt wurde und sich in Österreich der Widerstand formierte. Der Kauf von Transoflex, dessen Wert Analysten mit rund 350 Mill. Euro beziffern, wäre jetzt die größte Übernahme in der Geschichte der österreichischen Post.

Seite 1:

Österreichische Post forciert Börsengang

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%