Zukauf für 400 Mill. Euro
Remondis wird zum Schrottkönig

Deutschlands Marktführer bei Entsorgung, Remondis, steigt zum größten Stahlschrottverwerter des Landes auf. Wie das vormals unter dem Namen Rethmann firmierende Unternehmen gestern mitteilte, habe man gemeinsam mit einem Konsortium den deutschen Marktführer TSR erworben. Den Kaufpreis, den Remondis nicht nannte, schätzen Brancheninsider auf rund 400 Mill. Euro.

DÜSSELDORF. Verkäufer ist der niederländische Familienkonzern SHV, der vor allem im Gasgeschäft („Primagas“) und Cash & Carry-Großhandel („Makro“) tätig ist. SHV hatte den Stahlschrottverwerter erst 1998 von Thyssen-Krupp erworben.

Zuletzt war um das über 100 Jahre alte Traditionsunternehmen aus Bottrop eine Bieterschlacht entbrannt. Nicht nur Deutschlands zweitgrößter Stahlschrott-Recycler Interseroh hatte sein Interesse bekundet. Als aussichtsreicher Käufer galt auch die französische Compagnie Francaise de Ferrailles (CFF), die mit dem Kauf nahe an den amerikanischen Weltmarktführer David J. Joseph (DJJ) herangerückt wäre. Der US-Konzern handelt jährlich mit rund 20 Mill. Tonnen Stahlschrott, während die Franzosen zusammen mit TSR auf ein Gesamtvolumen von etwa 16 Mill. Tonnen gekommen wären.

Mit dem Zugriff von Remondis hatte in der Branche indes niemand gerechnet. Das Lünener Familienunternehmen werde nach eigenen Angaben 60 Prozent an TSR halten und damit seinen konsolidierten Umsatz auf mehr als vier Mrd. Euro pro Jahr erhöhen. Die restlichen Anteile sollen sich die Karlsruher Gruppe Cronimet und der italienische Stahlproduzent Alfa Acciai künftig teilen. Die Übernahme steht allerdings noch unter dem Vorbehalt einer kartellrechtlichen Genehmigung.

Im vergangenen Jahr verarbeitete TSR mit 1 500 Beschäftigen knapp zehn Mill. Tonnen Stahlschrott und Nichteisenmetalle und erwartet für das laufende Jahr einen Umsatz von gut 1,7 Mrd. Euro – nach 1,5 Mrd. Euro im Vorjahr.

Der Markt für Stahlschrott ist derzeit äußerst lukrativ. Durch die hohe Stahlnachfrage aus China, wo derzeit rund 30 Prozent der jährlich eine Mrd. Tonnen Stahl verarbeitet wird, sind die Preise auch für Stahlschrott steil nach oben gezogen.

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