Zukauf für den Vertrieb
E-Plus übernimmt Mobilfunkhändler

Die KPN-Tochter kauft den Mobilfunkhändler SMS Michel Communcation. Mit den rund 200 Filialen in Einkaufspassagen stärkt E-Plus sein Vertriebsnetz. Shops in dieser Lage gelten als wichtiger Verkaufskanal im Kampf um Kunden. Das Unternehmen will noch weitere Händler übernommen.

DÜSSELDORF. Der Mobilfunknetzbetreiber E-Plus stärkt seinen Vertrieb mit einer Übernahme. Die niederländische Muttergesellschaft KPN kauft den unabhängigen Mobilfunkhändler SMS Michel Communication aus Maintal bei Frankfurt, teilte E-Plus gestern in Düsseldorf mit. Das Unternehmen ist für E-Plus interessant, weil es 200 Filialen in Einkaufspassagen besitzt. „Das ist ein wichtiger Schritt für uns“, sagte E-Plus-Chef Thorsten Dirks dem Handelsblatt. Shops in Einkaufspassagen sind im Kampf um Kunden ein wichtiger Vertriebskanal der Mobilfunker.

Bisher sei die Branche stets davon ausgegangen, dass sich der Mobilfunk in Deutschland konsolidieren werde und dabei nur noch drei statt wie bislang vier Netzbetreiber übrig blieben. E-Plus sei in dem Szenario stets als Übernahmekandidat gehandelt worden. „Mit der Übernahme von SMS Michel zeigen wir, was wir unter Konsolidierung verstehen“, sagte Dirks. Zu den finanziellen Details des Deals machte er keine Angaben. Mittelfristig soll die Hälfte der 200 Läden von SMS Michel in E-Plus-Shops umgewandelt werden. Damit stiege die Zahl der E-Plus-Filialen auf rund 630. Die übrigen Michel-Filialen sind meist in direkter Nähe zu E-Plus-Shops und sollen unabhängig weitergeführt werden. Marktführer Deutsche Telekom besitzt rund 1 700 Filialen und damit die meisten Läden aller Netzbetreiber.

„Die Shops in erstklassigen Lagen sind zwar teuer, aber immer noch günstiger als die Händlerprämien“, sagte Dirks. Im Kampf um Kunden überböten sich die Anbieter mit Prämien, die sie den Händlern bei Vertragsabschluss zahlten. E-Plus plant in den kommenden Monaten weitere Zukäufe. „Das war jetzt ein wichtiger Meilenstein, aber noch nicht das Ende der Fahnenstange“, sagte Dirks. „Wir wollen weitere Händler übernehmen.“

Sandra Louven
Sandra Louven
Handelsblatt / Korrespondentin in Madrid
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