Zukauf von Beiersdorf lässt Umsatz und Gewinn explodieren
Tchibo hat sich hübsch gemacht

Der Tchibo-Konzern hat das erste Quartal genauso erfolgreich abgeschlossen wie das vergangene Jahr. Das Unternehmen, groß geworden als Kaffeeröster und mit Aktionsware, verdient inzwischen mehr an Kosmetik als an den duftenden Bohnen und Krimskrams.

HB HAMBURG. Durch die Einberechnung der Beteiligung Beiersdorf erhöhte sich der Tchibo-Umsatz von 3,3 auf 8,3 Mrd. Euro und der Konzerngewinn von 303 auf 700 Mill. Euro, teilte Tchibo am Mittwoch in Hamburg bei der Vorlage der Jahreszahlen 2004 mit. Am gesamten Tchibo-Umsatz hat Beiersdorf mit 55 % den etwas größeren Anteil.

Die Holding der Hamburger Unternehmerfamilie Herz ist das Bindesglied zwischen den so unterschiedlichen Konzernteilen. Sie hält 100 Prozent an der Tchibo GmbH und knapp 50,5 % an der im Nebenwerteindex M-Dax notierten Beiersdorf AG.

Tchibo-Chef Dieter Ammer hat unter dem Dach der Holding damit zwei Perlen der deutschen Wirtschaft vereinigt. „Beide Konzernteile sind in den vergangenen 15 Jahren stetig gewachsen, Tchibo mit durchschnittlich zehn Prozent pro Jahr, Beiersdorf mit sechs Prozent“, sagte er. Nicht ohne Stolz vermeldet Ammer die Tatsache, dass Tchibo mit dem Wachstum im vergangenen Jahr knapp 1400 Arbeitsplätze im In- und Ausland geschaffen hat und nun weltweit rund 29 000 Mitarbeiter beschäftigt. „Das hören Sie nicht so oft von deutschen Unternehmen.“

Beiersdorf besetzt mit der Weltmarke Nivea ein Marktsegment nach dem anderen in allen Ländern der Welt und erobert führende Markpositionen. Tchibo koppelt sich mit der Kombination aus Kaffeegeschäft und Aktionsware erfolgreich von der Konsumflaute ab und dehnt sich sowohl international als auch von der Angebotspalette her immer weiter aus.

Was in den Tchibo-Geschäften mit ein paar Kaffee-Zubehörartikeln wie Tassen und Filtern begann, erstreckt sich längst auf Versicherungen, Handys, Reisen oder Kleidung. „Der Kunde soll es einfach und leicht haben“, sagte Ammer. Dann gelinge es, selbst scheinbar verteilte Märkte wie bei den Handys zu erobern. Gelegentlich produziere Tchibo auch Flops. „Die feiern und die lieben wir, weil wir nur so wissen, was nicht geht.“ Längst teilt der Konzern nicht mehr mit, wie sich das Geschäft zwischen Kaffee und Gebrauchsartikeln aufteilt. „Das macht keinen Sinn mehr“, meinte der Vorstandsvorsitzende der Tchibo Holding. „Der Kunde erlebt das als Einheit.“

Seite 1:

Tchibo hat sich hübsch gemacht

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%