Zukunft der Häfen
Alle Wege führen über Duisburg

Den Containerhäfen droht das Verkehrschaos, die Anbindung an das Hinterland muss besser werden. Rotterdam, der größte Hafen in Europa, sucht eine enge Zusammenarbeit mit dem Ruhrgebiet.

DUISBURG/ ROTTERDAM. Wenn Hans Smits aus dem Fenster seines Büros schaut, überblickt er einen Teil des riesigen Rotterdamer Hafens mit seinen Kanälen, Kränen und Containern. Es ist sein Reich als Chef der Hafenbetreibergesellschaft Port of Rotterdam: Der größte Hafen in Europa. „Aber ab und zu kommt auch ein Schiff vorbei, das zur Konkurrenz nach Antwerpen, der Nummer drei, oder Hamburg, der Nummer zwei, unterwegs ist“, sagt Smits, der über ein ganz neues Konzept der Zusammenarbeit mit anderen Häfen nachdenkt.

Denn vor seinem geistigen Auge stapeln sich bereits die Container und stauen sich die LKW auf verstopften Straßen. Den Containerhäfen droht das Verkehrschaos. Nur durch eine Verbesserung ihrer Hinterlandanbindung, insbesondere den Ausbau der Schienenwege, ist Abhilfe möglich. Für Rotterdam heißt das, alle Wege führen über Duisburg, die wichtigste Drehscheibe im Hinterland des Rotterdamer Hafens.

Im vergangenen Jahr hat Rotterdam wegen des hohen Anteils von Massengut wie Erdöl oder Kohle als erster europäischer Hafen das Niveau von 400 Mill. Tonnen umgeschlagener Güter überschritten. Hamburg kam dagegen nur auf 141 Mill. Tonnen. Im stark wachsenden Containersegment zuletzt oft ein Sorgenkind, konnte Rotterdam 2007 auch hier ein Rekordergebnis einfahren: Mit 10,8 Millionen Standardcontainer (TEU) liegt das Wachstum bei gut zwölf Prozent – und damit nach Jahren wieder im zweistelligen Prozentbereich.

Smits sucht die Kooperation. Alle großen Häfen in Nordwesteuropa müssten an einem Strang ziehen: Hamburg, Antwerpen, Bremerhaven, Amsterdam und Zeebrügge. Denn sonst, so meint Smits, könne der Warentransport bald nicht mehr bewältigt werden.

Bis 2020 wird sich nach Berechnungen der Häfen der Containertransport verdreifachen. Über die Straße mit dem LKW ist das nicht mehr abzuwickeln. „Jeder kocht bislang sein eigenes Süppchen“, schimpft Smits. „Aber wir müssen enger zusammen arbeiten, wenn wir etwas erreichen wollen.“ Es gebe genug Güter für alle.

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