Zukunft der Kernmarke
Lufthansa entscheidet über Billigtöchter

Die Lufthansa will mit ihren Billigablegern künftig auch auf der Langstrecke punkten. Damit will Europas größte Airline Ryanair und Co in Schach halten. Widerstand kommt von den Piloten.
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FrankfurtGermanwings, Eurowings - und bald „Worldwings“? Wenn der Lufthansa-Aufsichtsrat an diesem Mittwoch (3. Dezember) zusammentritt, steht nichts Geringeres auf der Agenda als der Zukunftsplan für Europas größte Fluggesellschaft. Vorstandschef Carsten Spohr will mit dem „Wings“-Konzept nach Europa auch auf der Langstrecke auf Billigflüge setzen. Der Kernmarke Lufthansa verspricht er einen Aufstieg zum Luxusprodukt der Sonderklasse. Vor dem Widerstand der Piloten knickt er bislang nicht ein.

Allerdings verschärft sich der Konflikt mit den Piloten gerade wieder. Im bislang härtesten Tarifkonflikt der Unternehmensgesichte drohen weitere Streiks. Die Vereinigung Cockpit (VN) erklärte die Tarifgespräche zur Übergangsversorgung und anderen Themen am Freitagabend für gescheitert.

Mit seiner Doppelstrategie von Billigflieger und Luxusklasse zielt Spohr auf Billigflieger wie Ryanair, Easyjet und Norwegian ebenso wie auf Konkurrenten wie Emirates und Etihad vom Persischen Golf. Denn die arabischen Fluglinien punkten mit modernen Jets und viel Service, während die Lufthansa ihre Flotte erst nach und nach mit Milliardeninvestitionen erneuert.

Lufthansas Billigableger Germanwings kommt mit 60 Flugzeugen und den 23 Jets seiner Schwester Eurowings weder bei der Größe noch bei der Kostenstruktur an Wettbewerber wie Ryanair mit deren gut 300 Fliegern heran. Und die Iren peilen bereits 520 Maschinen an.

Spohrs Billigfliegerpläne haben bei weitem nicht dieses Ausmaß. So soll Eurowings künftig wie Germanwings mit den größeren Airbus-Mittelstreckenjets unterwegs sein und zusätzlich zu den bisherigen Verbindungen aus Deutschland auch von Österreich, der Schweiz und Belgien aus auf neuen Strecken quer durch Europa fliegen. Im Vergleich zu den Kollegen bei Germanwings verdienen die Eurowings-Mitarbeiter deutlich weniger. Nur dadurch sieht Spohr die Chance, Ryanair & Co. auf Dauer in Schach zu halten.

Für die Langstrecke hat der Manager gleich zwei Ansätze in petto. So will er 14 Airbus A340 unter dem Lufthansa-Logo, einer vergrößerten Touristenklasse vermehrt zu Urlaubszielen schicken, die sich für den Konzern bisher nicht rechnen. Dabei baut er auf Zugeständnisse von Flugbegleitern und Piloten.

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Das „Ohne-Schnickschnack-Konzept“

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  • Die Lufthansa will sich neu erfinden
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    [i]Die Lufthansa will mit ihren Billigablegern künftig auch auf der Langstrecke punkten. Damit will Europas größte Airline Ryanair und Co in Schach halten. Widerstand kommt von den Piloten.[/b]

    Natürlich sind die "Luxuspiloten" dagegen.
    Sie fürchten um ihre jahrzehnte alten Privilegien.
    Bisher kannten sie sich mit 55 in den Ruhestand verabschieden. Diese Regelung stammt noch aus der Zeit als die "Lusthansa" ein Staatsbetrieb war.
    Heutzutage ist das nicht mehr zeitgemäß.
    Otto Normalbürger muss/soll bis 67 arbeiten und wenn sie früher aussteigen wollen, drohen ihnen hohe Abschläge.
    Die "Luxuspiloten" können sich von selbst in den Ruhestand verabschieden wenn sie nicht mehr arbeiten wollen.

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