Zukunft von Saturn und Media Markt Ceconomy will mit Kellerhals-Familie Lösung finden

Nach dem Tod von Erich Kellerhals wollen seine Familie und Ceconomy den Machtkampf um Media-Saturn beenden. Eine Einigung könnte folgen.
Update: 14.02.2018 - 12:52 Uhr Kommentieren
An der Zukunft von Media Markt und Saturn wird derzeit gearbeitet. Quelle: dpa
Media Markt

An der Zukunft von Media Markt und Saturn wird derzeit gearbeitet.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDie Familie des verstorbenen Media-Saturn-Minderheitseigners Erich Kellerhals und die Holding Ceconomy wollen nach Jahren des Zwists eine Lösung für die Zukunft von Europas größter Elektronikhandelskette finden. Die Bemühungen für ein Ende des Streits „stehen ganz oben auf unserer Agenda“, sagte Ceconomy-Chef Pieter Haas am Mittwoch bei der Hauptversammlung der Holding in Düsseldorf, die die Mehrheit an Media-Saturn kontrolliert.

Eine Lösung sei im Interesse beider Parteien. Darüber solle es Gespräche geben, über Ergebnisse solle „zu gegebener Zeit“ informiert werden. Er sehe eine Trennung als beste Lösung an. Ceconomy müsste die Kellerhals-Familie dazu bei Media-Saturn herauskaufen. Vertreter der Aktionäre begrüßten den Dialog, die Ceconomy-Aktie legte zu.

Media-Saturn-Gründer Erich Kellerhals war an Weihnachten gestorben. Er hatte sich über Jahre einen erbitterten und verbissenen Machtkampf mit dem früheren Mehrheitseigner Metro und dessen Nachfolger Ceconomy um das Sagen bei Media-Saturn geliefert. Auch Haas hatte er immer wieder attackiert. Zugleich gab es aber auch Bemühungen, den Streit zu beenden. Der Investor Clemens Vedder hatte etwa mit Zustimmung beider Seiten in dem Konflikt vermittelt.

Eine entsprechende Mediationsvereinbarung sei aber zum Jahresende einvernehmlich abgelaufen, hatte Vedder gegenüber Reuters erklärt. Seine Arbeit sei damit „zunächst erledigt“. Beide Seiten sprächen nun direkt miteinander. „Die noch wenigen offenen Punkte werden nach der Hauptversammlung der Ceconomy AG justiert“, fügte Vedder hinzu. Beide Seiten stünden aber nicht unmittelbar vor einer Einigung, hatten Sprecher von Ceconomy und Convergenta gesagt: „Wir haben noch einen langen Weg vor uns."

Haas war bei der Hauptversammlung um Entspannung bemüht und würdigte Kellerhals ausdrücklich. „Sie kennen das angespannte Verhältnis, die Meinungsverschiedenheiten und die zahlreichen rechtlichen Auseinandersetzungen, die es in den vergangenen Jahren mit der Beteiligungsgesellschaft Convergenta gab“, rief er den Aktionären zu. Kellerhals sei aber auch eine „bemerkenswerte Unternehmerpersönlichkeit, ein Kaufmann von Format und für viele, auch für mich, ein Vorbild“ gewesen.

Die Suche nach Lösungen für die Probleme der vergangenen Jahre solle nun rasch beginnen. Sie finde es gut, dass Haas Kellerhals Verdienste würdige, sagte Jella Benner-Heinacher von der Kleinaktionärsvereinigung DSW: „Wann geht es los mit Verhandlungen über einen Kauf der Kellerhals-Anteile?“

Angesichts von Ermittlungen der Staatsanwaltschaft im Zusammenhang mit der Aufspaltung des Metro-Konzerns sieht Ceconomy-Aufsichtsratschef Jürgen Fitschen kein Fehlverhalten auf Seiten der Düsseldorfer Holding. Vorwürfe, der Kapitalmarkt sei zu spät über die Aufspaltung des Metro-Konzerns in einen Lebensmittelhändler und die Holding Ceconomy informiert worden, würden nicht tragen, sagte Fitschen bei der Hauptversammlung.

Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf geht dem Verdacht des Insiderhandels und der Marktmanipulation nach. Die Vorwürfe der Marktmanipulation richten sich gegen den alten fünfköpfigen Metro-Vorstand um Metro-Chef Olaf Koch und den aktuellen Ceconomy-Chef Pieter Haas. Der Verdacht des Insiderhandels richtet sich nicht gegen Ceconomy.

Ceconomy war im Sommer aus dem Handelsriesen Metro hervorgegangen, der in einen Lebensmittel- und einen Elektronikhändler aufgespalten wurde. Media-Saturn ist die zentrale Beteiligung der Holding Ceconomy. Kellerhals hielt rund 21 Prozent der Media-Saturn-Anteile. Der Zwist hatte auch immer wieder den Kurs der Ceconomy-Aktie belastet - diese hatte auf den Tod Kellerhals' mit Aufschlägen reagiert. Am Mittwoch legten die Papiere bis zum Mittag angesichts der Gesprächsavancen um über 1,5 Prozent auf 11,40 Euro zu.

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