Zukunft von Solutions entscheidet sich in den nächsten zwei Jahren
RWE will Energie-Service-Sparte abstoßen

Der Energiekonzern RWE will sich über kurz oder lang von seiner Energie-Service-Sparte Solutions trennen und sich auf das Kerngeschäft konzentrieren. Das teilte der Essener Konzern am Montag mit.

HB DÜSSELDORF. RWE Solutions gehöre nicht mehr zum RWE-Kerngeschäft, heißt es in der jüngsten Ausgabe der Mitarbeiterzeitung „Team“. Ein Teil des Geschäfts von Solutions solle von der Konzern-Vertriebstochter RWE-Energy übernommen und ein Teil verkauft werden. Übrig blieben im Kern die Energieversorgungslösungen und die Netz- und Energietechnik. Solutions-Vorstandschef Michael Stadler sagte in einem „Team“-Interview, nach dem ersten Umstrukturierungsschritt blieben noch etwa 8 200 Mitarbeiter bei Solutions. Ende 2003 hatten dort noch rund 12 700 Beschäftigte einen Umsatz von 3,2 Milliarden Euro erwirtschaftet. Als Grund für die Zerteilung der Solutions nannte Stadler die unbefriedigende Gewinnentwicklung in einigen Unternehmensbereichen.

Über die weitere Zukunft der Sparte Solutions soll nach Stadlers Angaben in den nächsten zwei Jahren entschieden werden. Im Unternehmen wird darüber spekuliert, dass Solutions als Ganzes oder in Teilen verkauft wird. RWE verfolgt die Strategie, nicht mehr als Kerngeschäft definierte Geschäftsteile „wertsteigernd oder zumindest werterhaltend zu veräußern“. Zuletzt hatten die Essener sich auf diese Weise vom Großteil ihres Umweltgeschäfts getrennt.

Die RWE-Vertriebstochter RWE Energy wird Stadler zufolge das Strom- und Gasgeschäft sowie die Contracting-Aktivitäten der in Neu-Isenburg beheimateten Solutions ab dem 1. Januar 2005 übernehmen. solutions kümmert sich bisher unter anderem um die großen Industriekunden von RWE.

Die Geschäftsbereiche „Zellstoff und Papier“ und „Energieanlagen“ sollen auf die Desinvestitionsliste der Solutions gesetzt werden, hieß es weiter. Der Rest um die Energieversorgungslösungen und Netz- und Energietechnik herum soll innerhalb des nächsten Jahres zu einer neuen Gruppe gebildet werden.

Die Börse reagierte mit Abschlägen auf die Nachricht. Am Nachmittag wurde die RWE-Aktie in einem knapp behaupteten Markt um über 1 Prozent auf 40,24 Euro niedriger gehandelt. Händler begründeten den Kursrückgang mit Gewinnmitnahmen. Mit einem Minus von in der Spitze 1,6 Prozent auf 40,04 Euro hatten RWE zeitweise die Verliererliste angeführt. Der Markt habe die Nachricht über die Trennung von Solutions ignoriert. „Das ist eigentlich eine gute Nachricht, aber die kommt beim Markt nicht an“, sagte ein Analyst.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%