Zukunftsbranche Dienstleistung
Dienstleistern gehört die Zukunft

Zuerst die schlechte Nachricht: Ob Bau, Landwirtschaft, Handel, Verkehr oder Produzierendes Gewerbe – fast alle Branchen schrumpfen in den nächsten Jahrzehnten. Einzig die Dienstleistungen legen zu. Können sie die Schwäche des großen Rests auffangen?

DÜSSELDORF. Hier kommt die gute Nachricht: Die große Zukunftsbranche wird nicht nur produktiver und braucht mehr Beschäftigte – Dienstleistungen wirken sich auch immer stärker auf alle anderen Sektoren aus. Klare Grenzen zwischen den heute üblichen Branchen verschwinden also.

„Verbraucher und Unternehmen fragen nicht mehr nur nach einem Produkt, sondern wollen komplexe Systemlösungen. Und die bieten Dienstleister“, sagt Volkswirt Peter Schnur vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg. Beispiel Computer: Rechner werden heute für die unterschiedlichsten Funktionen benötigt. Statt einen Computer von der Stange zu kaufen, wählen die Kunden Hard- und Software nach ihren Bedürfnissen aus und lassen das Produkt von Dienstleistern zusammenbauen – nicht vom Produzierenden Gewerbe.

Der Trend zur Dienstleistungsgesellschaft ist gewissermaßen Ausdruck einer „modernen Umwegproduktion“ für einen hoch entwickelten industriellen Kern“, wie das IAB mit Blick auf die Zukunft hervorhebt. „Deutschland hat hier Wettbewerbsvorteile, da die unternehmensbezogenen Dienste eine leistungsfähige industrielle Basis benötigen, um ihre Wachstums- und Beschäftigungseffekte entfalten zu können“, heben die Autoren in ihrer Studie hervor.

Die Zukunft liegt also in der intelligenten Verknüpfung von Industrie und den sie ergänzenden Dienstleistungen. All das fordert zweifellos hochqualifiziertes Personal: „Das Horrorszenario der Zukunft ist eine hohe Arbeitslosigkeit bei einem gleichzeitigen Mangel an Fachkräften“, sagt Schnur.

Abgesehen von den Dienstleistern werden klassische Branchen in den kommenden Jahrzehnten schrumpfen: Sie tragen weniger zum Wirtschaftswachstum bei und benötigen weniger Arbeitskräfte. „Kurzfristige Effekte der vergangenen Jahre, die zu einer Stabilisierung des Anteils des Produzierenden Gewerbes beigetragen haben, verlieren an Bedeutung“, meinen die Autoren des Deutschland-Reports 2030 des Wirtschaftsinstituts Prognos.

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