Zum Schulstart ein Ohrloch
Das große Stechen

Zum Schulanfang schenken Eltern ihren Kindern gern ein Schmuckstück, das in Erinnerung bleibt. Bei den Juwelieren herrscht deshalb gerade Hochkonjunktur. Vor allem das Ohrlochstechen wird stark nachgefragt.

KölnAm Anfang steht ein Piekser: In der Ferienzeit und vor allem zum Schulanfang wird das Ohrlochstechen für Kinder stark nachgefragt. Das haben der Bundesverband der Juweliere, Schmuck- und Uhrenfachgeschäfte (BVJ) und der Internationale Verband der Ohrlochstech-Spezialisten (EPM) festgestellt.

Besonders in und nach den Sommerferien sei das Stechen von Ohrlöchern in den Fachgeschäften gefragt. Die Zahl der Anfragen liege dann um 90 Prozent höher als während des Schuljahrs. In den Oster- und Weihnachtsferien sei immerhin noch ein Anstieg um 65 beziehungsweise um 55 Prozent zu beobachten. „Zum Schulanfang schenken Eltern ihren Kindern gern ein Schmuckstück, das in Erinnerung bleibt. Dabei sind erste Ohrringe sehr beliebt“, begründet BVJ-Präsident Stephan Lindner den Boom.

Für die Fachgeschäfte bedeutet es erst einmal viel Kompetenzaufbau und Schulungsaufwand, sagt BVJ-Geschäftsführer Joachim Dünkelmann, da das Risiko von Allergien und Entzündungen minimiert werden müsse. Dabei betreffen die Ohrringe ein nur relativ kleines Marktsegment für die Geschäfte, das bei unter fünf Prozent des gesamten Schmuckmarktes liege, doch sei es gleichzeitig auch die Grundlage für den künftigen Umsatz. Im zurückliegenden Jahr setzte die Uhren- und Schmuckbranche knapp 4,8 Milliarden Euro um. Davon entfiel weit mehr als die Hälfte auf Schmuck.

Der Trend zum Ohrlochstechen hat sich in den vergangenen Jahren noch verstärkt, heißt es bei der Kölner Juwelierkette Kraemer; sie bietet in Deutschland in mehr als 30 Geschäften Uhren und Schmuck an. Ein Grund für die wachsende Nachfrage sei, dass es inzwischen mehr kindgerechte Modelle unter den Ohrsteckern gibt. Am Anfang stehen aber die „medizinischen Ohrringe“, die in der Regel aus Stahl gefertigt sind. Die sogenannten Starter gibt es bei Kraemer von zehn bis 29 Euro.

Laut BVJ wird der Wunsch nach Ohrsteckern oft auch von den Kindern selbst geäußert. Gerade bei Teenagern ist es weit verbreitet, mehrere Ohrringe pro Ohr zu tragen, was den aktuellen Boom ebenfalls verstärke. Sind die gestochenen Löcher erst einmal verheilt, sind „Silber und Weißgold die erste Wahl“, sagt BVJ-Geschäftsführer Joachim Dünkelmann. Dem Preis sind damit nach oben kaum Grenzen gesetzt.

Aber nicht nur bei Kindern sind Ohrlöcher ein Thema. Inzwischen entdecken immer mehr Männer Ohrringe für sich. „Es ist kein Tabu mehr“, sagt Dünkelmann. Dazu trügen auch Werbeträger wie der britische Autorennfahrer Lewis Hamilton oder der Fußballspieler David Beckham mit ihren Brillant-Ohrringen bei. Nach Beobachtung der Juwelierkette Kraemer sind es vor allem junge Männer, die Ohrringe nachfragen. Und bei denen „darf es auch etwas auffälliger sein“.

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