Zumwinkel hat die Post internationalisiert
Hintergrund: Ein Weltkonzern aus der rheinischen Provinz

Aus der maroden Bundespost machte Chef Klaus Zumwinkel in nur zehn Jahren einen Weltkonzern. Bisheriger Schlusspunkt ist die Übernahme des britischen Logistikers Exel. Bis dahin war es ein langer Weg.

DÜSSELDORF. Wenn Post-Chef Klaus Zumwinkel an die Fenster seines Büros im 40. Stock des Post-Towers tritt, schaut er auf den ruhig dahinfließenden Rhein. Der Blick reicht weit über den Petersberg hinaus ins Siebengebirge. Im Bonner Süden scheint die Zeit stehen geblieben zu sein.

Das idyllische Bild täuscht. Hier sitzt einer der dynamischsten Konzerne des Landes: die Deutsche Post. Nach dem Kauf der britischen Exel ist der Bonner Konzern mit einer halben Million Mitarbeitern unter die Top Ten der größten Unternehmen der Welt aufgestiegen. Die Erfolgsgeschichte des ehemaligen Staatskonzerns hat einen Namen: Klaus Zumwinkel. Manche sprechen nach der Übernahme von Exel bereits von der Krönung einer Ära.

Der 61-jährige Rheinländer gibt sich stets freundlich, agiert aber sehr bestimmt. Vermeintliche Kronprinzen wie Uwe Dörken haben seine Durchsetzungsfähigkeit zu spüren bekommen. Wer als Vorstand häufiger patzt, wird des Feldes verwiesen – wie Dörken, der die Sanierung des defizitären US-Geschäfts nicht in den Griff bekam.

Aus der maroden Bundespost machte Zumwinkel in nur zehn Jahren einen Weltkonzern. Die Leistung des Managers könne sich sehen lassen, meinen namhafte Investmentbanker wie Klaus Kaldemorgen von der Deutsche-Bank-Tochter DWS. Zunächst modernisierte Zumwinkel das Geschäft im Inland: Der ehemalige McKinsey-Manager und Quelle-Chef investierte in 33 neue Paketzentren und 83 Briefzentren. Wurden Anfang der 90er Jahre noch etwa 75 von 100 Briefen mit der Hand sortiert, können heute fast 90 Prozent maschinell verarbeitet werden.

Dann begann die Expansion ins Ausland. Seinen ersten Coup landete Zumwinkel mit dem Kauf der DHL für 2,4 Mrd. Euro. Unter dem Dach der weltweit bekannten Marke fasste er alle Express- und Logistikaktivitäten der Post zusammen, gliederte den Schweizer Logistikkonzern Danzas und die Tochter Euro Express ein.

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