Zumwinkel-Interview
Post fürchtet E-Mails mehr als Konkurrenz

Der Vorstandschef der Deutschen Post AG, Klaus Zumwinkel, sieht nicht private Briefzusteller als die härtesten Konkurrenten seines Konzerns, sondern E-Mail und Fax.

HB BONN. Zumwinkel sagte der "Süddeutschen Zeitung", der zu erwartende Wettbewerb nach Auslaufen des Briefmonopols 2007 schrecke ihn nicht. "Unser härtester Wettbewerber ist das Ersetzen von Briefen durch elektronische Medien", sagte er dem Blatt. Schon heute trügen Privatkunden nur noch zu 15 Prozent zum Briefgeschäft bei, das aber immer noch rund die Hälfte des Konzerngewinns erwirtschafte. "Da wird künftig sicherlich noch manches wegbrechen, aber wir bereiten uns intensiv darauf vor", sagte Zumwinkel. Als Beispiele nannte er das Ausgliedern von Service und Mitarbeitern in eigene Gesellschaften. Hier könne man bei den Kosten flexibel auf mögliche Umsatzverluste reagieren.

Der Umfang des sich nach 2007 entwickelnden Wettbewerbs im Briefgeschäft ist Zumwinkel zufolge schwer abzuschätzen. Die Eintrittsbarrieren seien hier viel niedriger als im Telekomgeschäft. Generell werde aber die Post den Wettbewerb ähnlich gut verkraften wie die Telekom.

Der Vorstandschef verlangte, dass die Postmärkte auch in anderen EU-Staaten vollständig für den Wettbewerb geöffnet würden. Die kommende Bundesregierung forderte er auf, in der EU für faire Wettbewerbsregeln zu sorgen. Die Marktöffnung müsse nicht unbedingt zeitgleich, aber innerhalb eines verbindlichen Zeitrahmens erfolgen. „Dann kann die Deutsche Post sogar damit leben, zwei bis drei Jahre früher als andere Postgesellschaften im kompletten Wettbewerb zu stehen“, wurde Zumwinkel zitiert. Andernfalls werde man Einbußen erleiden, die im Ausland wettgemacht werden müssten.

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