Zumwinkel-Nachfolge
Appel wird neuer Chef der Deutschen Post

Die Zumwinkel-Nachfolge ist perfekt: Logistik-Vorstand Frank Appel wird neuer Vorstandsvorsitzender der Deutschen Post. Auf ihn kommen nun gleich mehrere Herausforderungen zu.

HB BONN. Appel sei einstimmig gewählt worden und trete sein Amt mit sofortiger Wirkung an, teilte die Deutsche Post nach einer Aufsichtsratssitzung mit.

Appel war zuvor bereits als Favorit für die Nachfolge für den über eine Steueraffäre gestolperten Klaus Zumwinkel gehandelt worden. Zumwinkel war wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung am Freitag nach mehr als 18 Jahren als Post-Chef zurückgetreten.

Appel versprach den 520 000 Mitarbeitern des Unternehmens in einer ersten Erklärung vor Journalisten „kooperative Führung und Klarheit der Entscheidungen“. Er wolle schnell Handlungsschwerpunkte definieren. Zu den Themen, die er mit Hochdruck angehen werde, gehörten die Zukunft der Postbank und des defizitären USA-Geschäfts. Zugleich versicherte er Großkunden und Privatkunden, er wolle sich um weitere Serviceverbesserung bemühen.

Mit einer Ernennung des 46-jährigen Managers wird auch ein Generationswechsel an der Spitze des Bonner Konzerns eingeläutet, den Zumwinkel vom ehemaligen Staatsmonopolisten zu einem weltweit führenden Logistiker umgebaut hat. Auf dem neuen Post-Chef kommen rasch große Herausforderungen zu. Der Vorstand muss das US-Expressgeschäft wieder in die Spur bringen, hier häuft der Konzern seit Jahren Milliarden-Verluste an.

Zumwinkel hatte das Engagement in Nordamerika stets verteidigt und als unverzichtbar für einen weltweit agierenden Logistik-Konzern bezeichnet. Der Post-Vorstand hatte bereits vor seinem durch massiven Druck der Politik erzwungenen Rückzug neue Optionen für das US-Expressgeschäft wie Partnerschaften mit Konkurrenten oder einen teilweisen Rückzug erörtert.

Die Karten könnten auch mit Blick auf die Tochter Postbank neu gemischt werden. Zumwinkel hatte angekündigt, nach dem Wegfall des Briefmonopols über die Zukunft des Instituts entscheiden zu wollen. Das verbliebene Monopol der Post im deutschen Briefgeschäft war zum Jahreswechsel ausgelaufen.

Zumwinkel stand früheren Angaben aus seinem Umfeld zufolge wegen der Postbank bereits im Kontakt mit der Bundesregierung, dem größten einzelnen Aktionär der Post. Das Institut hatte Begehrlichkeiten von zahlreichen Konkurrenten wie der Deutschen Bank und der Commerzbank geweckt, die an einer Übernahme Interesse haben. Zumwinkels Nachfolger muss nun über die Zukunft der Bank entscheiden.

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