Zurückhaltung wegen Krise
Versandhändler Takkt bekommt Krise zu spüren

Die Unternehmen halten sich zurück, was die Betriebs- und Lagerausstattung betrifft. Das trifft Spezialversandhändler Takkt. Grund dafür ist nach Meinung von Unternehmenschef Zimmermann die anhaltende Krise.
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StuttgartDer Versandhändler Takkt bekommt die Zurückhaltung der Unternehmen beim Einkauf von Betriebs- und Lagerausstattung zu spüren und hat daher die Geschäftsprognose für das laufende Jahr zusammengestrichen. "Nachdem schon das Europageschäft schwächer ins neue Jahr gestartet war, gehen wir für Nordamerika in der zweiten Jahreshälfte von einer nachlassenden Dynamik der wirtschaftlichen Entwicklung aus", sagte Vorstandschef Felix Zimmermann am Dienstag bei der Vorlage des Halbjahresberichts des vom Duisburger Haniel-Konzern kontrollierten Unternehmens in Stuttgart. "Die anhaltende Finanz- und Staatsschuldenkrise verunsichert die Unternehmen spürbar", warnte Zimmermann und stimmte die Investoren auf einen "leichten organischen Rückgang beim Umsatz" und eine geringere operative Marge im Jahr 2012 ein.

Damit realisiert sich bei dem weltweit rund drei Millionen Firmenkunden zählenden Ausrüster ein Rezessions-Szenario, das Takkt bisher für unwahrscheinlich gehalten hatte. Takkt beliefert seine Kunden in mehr als 25 Ländern mit rund 180.000 Produkten - von der Sackkarre über den Designer-Bürostuhl bis hin zu Gastronomieausrüstung. Im zweiten Quartal kletterte der Umsatz nur dank vorteilhafter Wechselkurse und der jüngsten Zukäufe - des bayerischen Verpackungs-Händlers Ratioform und des US-Präsentations-Ausstatters GPA - um 8,1 Prozent auf 220,7 Millionen Euro. Organisch seien die Erlöse um 2,8 Prozent gefallen, räumte Takkt ein. Das Ergebnis nach Steuern verringerte sich wegen des gesunkenen Ordervolumens in den Monaten April bis Juni auf 15,2 von 16,9 Millionen Euro und blieb damit unter den Erwartungen der Börse.

Takkt spüre inzwischen die Abschwächung der Konjunktur, wenngleich der durchschnittliche Auftragswert noch annähernd unverändert sei. Im zweiten Quartal sei die Wirtschaftslage in den USA zwar noch robust gewesen, der Aufschwung verliere aber dort an Fahrt, warnte Vorstandschef Zimmermann, der Takkt seit Juni 2009 führt. Knapp die Hälfte des Konzerumsatzes erwirtschaftet das Unternehmen inzwischen auf dem amerikanischen Kontinent. Einer der größten Konkurrenten ist die französische Manutan -Gruppe.

Im Licht der zunehmend von der Staatsschuldenkrise gedämpften Konjunkturdaten stellt sich der Takkt-Vorstand nun bis Jahresende - einschließlich der jüngsten Zukäufe - auf einen währungsbereinigten Umsatzwachstum von sechs bis acht Prozent sowie eine operativen Marge (Ebitda) von 13 bis 14 Prozent ein. Bisher hatte das Unternehmen mit rund 2000 Beschäftigten ein organisches Umsatzwachstum um zwei Prozent und eine Ebitda-Marge in der Mitte des Korridors von zwölf bis 15 Prozent für möglich gehalten. 2011 hatte die operative Marge bei einem Umsatz 852 Millionen Euro 14,2 Prozent betragen. (Reporter: Hendrik Sackmann; redigiert von Olaf Brenner)

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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