Zusätzliche Abschreibungen
Ahold machte 2002 Milliarden-Verlust

Der in einen Bilanzskandal verstrickte niederländische Einzelhandelskonzern Ahold hat nach US-Bilanzierungsregeln für 2002 einen Verlust von mehr als vier Mrd. € verbucht. Und wegen der Kosten in Folge des Bilanzskandals wird auch für dieses Jahr mit Belastungen gerechnet. Bei Investoren löste dies neue Befürchtungen über die Finanzlage des angeschlagenen Konzerns aus.

HB AMSTERDAM. Genaue Prognosen nannte das weltweit drittgrößte Einzelhandelsunternehmen am Freitag zwar nicht. Er kündigte in einem Schreiben an die US-Börsenaufsicht SEC jedoch an, weitere Refinanzierungskosten im Zuge des Skandals, der harte Wettbewerb und die anhaltende Konjunkturschwäche belasteten den Umsatz und das Ergebnis auch in diesem Jahr. Für 2002 wies Ahold nach US-Bilanzstandard mit 4,33 Mrd. € einen mehr als drei Mal so hohen Verlust aus wie nach niederländischem Bilanzrecht Anfang Oktober bekannt gegeben. Ahold-Aktien verloren im frühen Handel gut fünf Prozent.

„Wir erwarten, dass die Umsätze 2003 wegen der schwachen Weltkonjunktur negativ beeinflusst werden“, hieß es in dem mehr als 250 Seiten umfassenden Schreiben an die SEC weiter. Auch der starke Wettbewerbsdruck und der Verkauf einiger Bereiche schmälerten den Umsatz. Das Ergebnis werde zusätzlich durch hohe Kosten für die Bilanzprüfungen belastet. Die weltweite Nummer Drei hinter Wal-Mart und Carrefour hatte die Investoren Anfang des Jahres mit einem milliardenschweren Bilanzskandal geschockt, für den vor allem Fehlbuchungen in der US-Lebensmittelsparte gesorgt hatten.

„Der Ausblick ist das Problem. Alles ist negativ“, sagte ein Analyst. „Zwar wurden keine quantitativen Angaben gemacht, es ist aber offensichtlich, dass wir nicht zu viel von den Ergebnissen 2003 erwarten sollten“, fügte er hinzu. Zusätzliche Abschreibungen vor allem für die US-Lebensmittelsparte in Höhe von nun rund 2,63 Mrd. € hätten 2002 zu einem Netto-Verlust von 4,33 Mrd. € nach US-Bilanzierungsstandard geführt, teilte Ahold mit. Nach niederländischem Bilanzierungsrecht hatte Ahold Anfang Oktober für das vergangene Jahr einen Verlust von 1,21 Mrd. € ausgewiesen. Am 7. November will Aholds neuer Finanzchef Hannu Ryopponen Refinanzierungspläne für das Unternehmen vorstellen. Wie Reuters vergangenen Monat aus Bankenkreise erfahren hatte, erwägt Ahold im Rahmen eines sechs Mrd. € schweren Pakets auch die Emission einer Wandelanleihe.

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