Zusätzliches Geld für Umbau
Karstadt Kompakt drückt aufs Tempo

Die Eigentümer der 74 Karstadt-Kompakt-Filialen erhöhen ein Jahr nach dem Kauf der Warenhauskette das Investitionstempo. Statt wie zunächst geplant zum Jahresende 2007 soll die komplette Neugestaltung des Filialnetzes bereits im kommenden Frühjahr abgeschlossen sein, kündigte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Kay Hafner, jetzt an.

cs / dpa DÜSSELDORF. Das Unternehmen war im August 2005 vom Essener Karstadt-Quelle-Konzern an den britischen Investoren Dawnay Day und die Londoner Beratungsfirma Hilco verkauft worden. Es umfasst kleinere ehemalige Karstadt-Filialen. Der zunächst für die Modernisierung geplante Betrag von rund 20 Mill. Euro sei dazu signifikant aufgestockt worden, sagte Hafner. Wie das Handelsblatt im Unternehmen erfuhr, wurde bislang allerdings erst ein Drittel der Häuser modernisiert.

Zum Ergebnis des Ende August abgeschlossenen Geschäftsjahrs sagte Hafner, er sei „im Kern“ mit der Entwicklung zufrieden. Zahlen werde das Unternehmen jedoch bis auf weiteres nicht publizieren. Vor einem Jahr noch hatte die Geschäftsleitung einen Umsatz auf dem Vorjahresniveau von 683 Mill. Euro und eine Vorsteuer-Gewinnmarge von drei Prozent in Aussicht gestellt. Branchenbeobachter bezweifeln jedoch, dass diese Ziele erreicht wurden. „Die gesamte Branche tut sich im Moment schwer“, hieß es in Unternehmenskreisen. Für Beunruhigung sorgte zudem Mitte Mai die Trennung von Geschäftsführer Harald Fölkel.

Im kommenden Jahr werde sich das Unternehmen mit der Präsentation eines eigenen Namens von der Marke „Karstadt“ verabschieden, kündigte Hafner an. Ursprünglich sollte dies Mitte 2006 geschehen. Möglicherweise werden die 2 000 bis 8 000 Quadratmeter großen Warenhäuser dann unter der Marke „Hertie“ fortgeführt, die Dawnay Day ebenfalls von Karstadt-Quelle erworben hat. An einer Marketingkampagne arbeitet die Hamburger Branding-Agentur Lukas Clark.

Operativ hat sich Karstadt Kompakt inzwischen fast komplett vom ehemaligen Mutterkonzern gelöst. Zum Jahreswechsel werde das Unternehmen nach einer kompletten Umstellung seines Sortiments bereits zu 80 Prozent mit neuen Lieferanten arbeiten, sagte Hafner. Ein Großteil der Mode kommt dann von der Bielefelder Einkaufsorganisation Katag, Schuhe beziehen die Gladbecker über die F+D-Gruppe, Süßwaren über Lekkerland, Parfümerie-Artikel über Beauty Alliance, Schreibwaren über Pap Star und Spielwaren über Intertoys. Dabei eher ungewöhnlich: Die Lieferanten bestimmen weitgehend selbst das Sortiment – und zwar abgestimmt auf jeden einzelnen Standort. Der Dekorationsartikel-Händler Das Depot betreibt in 20 Filialen komplette Verkaufsflächen in Eigenregie. Bislang stellt dies die Geschäftspartner jedoch vor große Herausforderungen. „Weil sich EDV und Logistik noch im Aufbau befinden, ist dies mit umständlicher Zettelwirtschaft verbunden“, berichtet ein Lieferant.

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