Zusammenlegung des Europageschäfts
Hermes bündelt seine Kräfte

Der Hamburger Versandhändler Otto will sein Paketgeschäft in Europa unter dem Dach der deutschen Tochter Hermes Logistik bündeln und gleichzeitig stark ausbauen, wie das Handelsblatt aus Branchenkreisen erfuhr. Auch beim Brief hat der Konzern Ambitionen. Damit erwächst der Deutschen Post ein noch stärkerer Konkurrent. Gewinner der Entwicklung sind die Kunden.

HAMBURG. Gearbeitet wird laut Branchenkreisen an einem einheitlichen Auftritt und einer gemeinsamen Europa-Strategie der bislang regional zerstreuten Logistik-Töchter. Große Chancen verspricht sich Otto davon im grenzüberschreitenden Paket-Geschäft. „Dadurch entsteht ein schlagkräftiger europäischer Paket-Anbieter im Versandhandel und für Privatkunden, der den großen Konkurrenten DHL, DPD sowie UPS und Fedex Paroli bieten kann“, meint Logistikexperte Horst Manner-Romberg.

Hermes-Chef Hanjo Schneider wollte die Pläne gegenüber dem Handelsblatt nicht kommentieren, räumte aber ein: „Wir sprechen über verschiedene Szenarien, wie wir das Geschäft in Europa zusammenführen können.“ Ende des Jahres soll das Konzept spruchreif sein. Hermes wolle Europas größter Paketzusteller im Versandhandel und für Privatkunden werden. Angepeilt werde mittelfristig ein Umsatz von 1,5 bis 1,8 Mrd. Euro in der europäischen Otto-Paket-Gruppe. Bislang sind es schätzungsweise 1,3 Mrd. Euro. Zu der Gruppe zählen beispielsweise die Otto-Töchter Parcel Net in Großbritannien und Mondial Relay in Frankreich.

Privatleute lernen Hermes lieben

In Deutschland erzielt die Otto-Tochter Hermes einen Umsatz von 870 Mill. Euro (plus 11,5 Prozent gegenüber Vorjahr), davon gut die Hälfte im Auftrag der Otto-Gruppe. Schneider peilt in diesem Jahr erneut ein zweistelliges Plus an. Besonders stolz ist er auf massive Zugewinne bei den Privatpaketen (C2C). Innerhalb von nur drei Jahren habe Hermes dem Marktführer Deutsche Post einen Marktanteil von 40 Prozent abgejagt. Bei Versandhandelspaketen kommt Hermes laut Schneider auf einen Marktanteil von 37 Prozent. Auch eine Preissenkung der Deutschen Post habe Hermes nicht geschadet. Im Gegenteil, so Schneider, „Preissenkung wegen Hermes“ sei die beste Reklame gewesen.

Zur Ergebnisentwicklung wollte sich Schneider nicht äußern: „Wir machen einen adäquaten Gewinn in Deutschland“, sagte er nur. Doch finanziere Hermes die Expansion aus eigener Kraft. In Österreich baut Hermes gerade das Zustellgeschäft für Versandhandels- und Privatpakete auf. Im Auge hat Schneider bereits Italien und Spanien.

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