Zusammenschluss mit Weltbild
Hugendubel will Buchhandel aufrollen

Die Münchener Buchhandelskette Hugendubel bereitet sich auf eine weitere Übernahmewelle im deutschen Buchmarkt vor. Um genügend Geld für Akquisitionen zu haben, verbündet sich das Unternehmen jetzt mit der Augsburger Verlagsgruppe Weltbild.

jojo MÜNCHEN. Beide Unternehmen bringen ihr Filialgeschäft in ein Joint Venture ein, das in den nächsten Jahren durch Übernahmen und eigene neue Läden wachsen soll. Die Gemeinschaftsfirma, die DBH Buch Handels GmbH, habe ausreichend Kapital für Übernahmen, erläuterte Firmenchef Maximilian Hugendubel am gestrigen Donnerstag in München.

„Mehr und mehr Eigentümer wollen ihre Buchhandlungen verkaufen“, sagte Hugendubel. Donnerstag verkündeten Weltbild und Hugendubel bereits den Einstieg bei zwei Buchhandelsketten in Darmstadt und Lübeck. „Wir würden uns freuen, wenn es noch mehr Beteiligungen würden“, sagte Hugendubel.

Die DBH ist mit einem Umsatz von 672 Mill. Euro und 451 Filialen künftig der mit Abstand größte Buchhändler in Deutschland. Auf Rang zwei folgt die Douglas-Tochter Thalia. Thalia ist in den vergangenen Jahren durch Übernahmen kräftig gewachsen und gilt als Treiber der Konsolidierung der deutschen Buchbranche.

Zu dem neuen Gemeinschaftsunternehmen zählen Marken wie „Hugendubel“, „Weltbild Plus“, „Wohlthat’sche“ und „Jokers“. Beide Partner halten je die Hälfte der Anteile. Hugendubel und Weltbild kooperieren bereits seit mehr als zehn Jahren: Zusammen betreiben sie schon die Niedrigpreis-Kette „Weltbild Plus“ mit 321 Filialen.

Angesichts der wirtschaftlich schwierigen Lage vor allem kleinerer Buchhändler gehen Branchenexperten davon aus, dass künftig viele Läden verkauft werden. Eine durchgreifende Belebung ist nicht in Sicht. Nach Angaben des Börsenvereins des deutschen Buchhandels kletterte der Umsatz der Branche vergangenes Jahr um magere 0,9 Prozent auf rund 9,2 Mrd. Euro. Es war das erste Plus seit vier Jahren. Für dieses Jahr rechnen Beobachter mit einem ähnlich schwachen Wachstum.

Dazu kommt, dass die Branche nach wie vor von vielen kleinen Anbietern geprägt ist. So kommen die beiden führenden Händler DBH und Thalia zusammen auf einen Marktanteil von etwa zwölf Prozent, die ersten zehn schaffen rund 30 Prozent. Zum Vergleich: Im Geschäft mit Unterhaltungselektronik erreichen allein die Metro-Töchter Media Markt und Saturn einen Anteil von 17 Prozent.

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