Zusammenschluss unter Gleichen
Berater wagen Milliardenfusion

In der Beraterbranche bahnt sich ein großer Konsolidierungsschritt an. Zwei der führenden US-Beratungen für Personalstrategien, Towers Perrin und die börsennotierte Watson Wyatt, haben sich auf einen Zusammenschluss unter Gleichen geeinigt. Probleme fürchten die fusionierenden Firmen keine - im Gegenteil.

NEW YORK/DÜSSELDORF. Die Transaktion hat ein Volumen von 3,5 Mrd. Dollar. Die neue Beratung mit dem Namen Towers Watson soll an der Börse notiert werden. Dabei würden die Aktien hälftig unter den bisherigen Anteilseignern von Watson Wyatt sowie den Partnern und Eigentümern von Towers Perrin aufgeteilt, hieß es. Zusammen kommen die Firmen auf einen Jahresumsatz von mehr als drei Mrd. Dollar.

Derartige Großfusionen sind in der Beraterbranche selten und werden von den meist als Partnerschaften organisierten Beratungen kaum angestrebt. Als Grund dafür führen viele Unternehmensberater an, dass die kulturellen Unterschiede zwischen ihren Organisationen zu groß sowie die Beratungsansätze zu verschieden seien. "Das große Problem bei Beratungsfusionen ist: Man verliert die besten Leute an die Konkurrenz. Das lehrt die Erfahrung", sagt Dietmar Fink, Geschäftsführer der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Management und Beratung in Bonn.

Die nun in den USA fusionierenden Firmen fürchten keine kulturellen Probleme - im Gegenteil: "Unsere beiden Organisationen passen wie Puzzlestücke zusammen", sagte Watson-Wyatt-Chef John Haley, der auch die neue Firma als Vorstandsvorsitzender führen soll. Auch Branchenexperte Fink hält die Fusion für aussichtsreich, weil beide Firmen in einem ganz speziellen Segment tätig seien.

Towers Perrin und Watson Wyatt sind auf Personalmanagement, Vergütung sowie Finanz- und Risikothemen spezialisiert und beschäftigen bisher 14 000 Mitarbeiter. Mit dem Zusammenschluss würde Towers Watson zu den Marktführern in diesem Beratungssegment, Hewitt und Mercer (u.a. Marsh & McLennan), aufschließen.

Mark Mactas, derzeit Chef von Towers Perrin, soll in der neuen Firma die operativen Geschäfte leiten und als Präsident die vier Regional- sowie drei Branchensegmente verantworten, hieß es aus unternehmensnahen Kreisen. Für den Posten des Finanzvorstands sei der jetzige Watson-Wyatt-Manager vorgesehen, der Finanzchef von Towers Perrin soll in den nächsten Jahren das Integrationsbüro leiten.

Die Kosten der Fusion liegen bei geschätzten 80 Mio. Dollar, verteilt auf die kommenden drei Jahre. Durch Synergien sollen jährlich 80 Mio. Dollar vor Steuern eingespart werden. Watson Wyatt (7 700 Berater) bringt vor allem seine Kompetenz in Pensionsfragen ein, während Towers Perrin (6 300 Beschäftigte) stärker im Bereich mit Gesundheits-Themen aufgestellt ist.

Watson Wyatt erwartet für das heute endende Geschäftsjahr einen Umsatz zwischen 1,65 und 1,67 Mrd. Euro, ein Rückgang um etwa 100 Mio. Dollar im Vergleich zum Vorjahr. Die Erlöse stehen branchenweit unter Druck, weil viele Firmen im Zuge der Rezession an Beratungsleistungen sparen. Der Aktienkurs von Watson Wyatt ist im Jahresverlauf um 14 Prozent gesunken.

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