Zwangsarbeiter puhlen Shrimps
Westliche Supermärkte profitieren von Sklavenarbeit

Arbeiter in thailändischen Fabriken werden zum Teil wie Sklaven gehalten. Bis zu 16 Stunden am Tag müssen sie laut Nachrichtenagentur AP Shrimps im Eiswasser puhlen. Auch westliche Supermärkte profitieren am Ende davon.

Samut SakhonIn vielen Supermärkten und Restaurants in den USA und Europa werden Garnelen verkauft, die zum Teil von Zwangsarbeitern geschält wurden. In Fabriken in Thailand kommen auch kleine Kinder zum Einsatz, die bis zu 16 Stunden am Tag die Shrimps im Eiswasser puhlen müssen. Dies ist das Ergebnis einer aufwendigen Recherche der Nachrichtenagentur AP.

Unter anderem geht die Ware dann an die Einzelhandelskette Wal-Mart und die weltweit größte Kette von Fischrestaurants, Red Lobster.

Allein in Samut Sakhon bei Bangkok gibt es Hunderte von Baracken, in denen Garnelen geschält werden. In einigen müssen Sklaven arbeiten, die von Schleusern an die Unternehmen verkauft wurden. Reporter der Nachrichtenagentur AP überwachten Lieferungen von zwei verdächtigen Firmen und sprachen mit mehr als zwei Dutzend der Arbeiter. Eines der Mädchen, das dort arbeitete, war so klein, dass es nur auf einem Stuhl stehend bis an den Tisch heranreichte. Eine 16-Jährige hatte völlig vernarbte Arme, weil sie sich bei der Arbeit Infektionen zugezogen hatte.

Unter anderem gingen die von Zwangsarbeitern geschälten Garnelen an den großen Fischexporteur Thai Union. Weil die Meeresfrüchte vor dem Abpacken oft mit anderen Lieferungen vermischt werden, ist es unmöglich zu sagen, welche Packung die bedenklichen Garnelen enthält. Nach UN-Richtlinien würde der thailändische Export aber zur Gänze unter Sklavereiverdacht fallen, weil zum Teil Zwangsarbeiter zum Einsatz kamen. Auch in Supermärkten in Deutschland fand die AP Produkte der thailändischen Exporteure.

Die thailändische Fischereiindustrie wird immer wieder von Vorwürfen erschüttert. Nach einer anderen Recherche der AP konnten kürzlich mehr als 2000 Fischer befreit werden, die auf thailändischen Fischerbooten wie Sklaven gehalten wurden.

Der Chef von Thai Union, Thiraphong Chansiri, gestand auf Nachfrage ein, dass Produkte illegalen Ursprungs durch betrügerische Praktiken in die Zulieferkette gelangt sein könnten. Die thailändische Regierung hat versprochen, hart gegen solchen Missbrauch vorzugehen und vor allem illegale Arbeiter besser zu dokumentieren. Kritiker werfen ihr aber Untätigkeit vor.

Oft arbeiten in der Fischereiindustrie Menschen aus armen Ländern wie Myanmar, die unter dem Versprechen von guten Gehältern nach Thailand gelockt werden. Dort werden sie aber oft an Garnelenfabriken verkauft und müssen ihren Preis dort abarbeiten.

Im Falle des Burmesen Tin Nyo Win und seiner Frau waren das umgerechnet 750 Euro. Beide bekamen zusammen aber nicht einmal vier Euro am Tag. Tin Nyo Win flüchtete und wandte sich anders als viele seiner Leidensgenossen an Arbeitsrechtler, die schließlich eine Polizeirazzia in seiner Firma anstrengten. Nach dem Zugriff im November gab es keine Festnahmen wegen Menschenschmuggel. Die illegalen Arbeiter wie Tin Nyo Win und seine Frau wurden in Auffanglager gebracht.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
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