Zwei Aktienpakete stehen zum Verkauf
Finanzinvestor vor Einstieg bei Karstadt

Dem Essener Karstadt-Quelle-Konzern steht womöglich ein Eigentümerwechsel bevor. Ein Finanzinvestor sei bereit, das Aktienpaket der Riedel-Holding zu übernehmen. Das erfuhr das Handelsblatt aus aufsichtsratsnahen Kreisen.

cs/lip DÜSSELDORF. Die Fürther Finanzholding, die 12,2 Prozent der AG besitzt, wird von Karstadt-Quelle-Aufsichtsrat Ingo Riedel geleitet, dem Ehemann der Schickedanz-Enkelin Margarethe Dedi-Riedel. Zu den Gerüchten verweigerte der Großaktionär am Donnerstag allerdings jeden Kommentar. Der Kurs der Karstadt- Quelle-Aktie stieg zeitweilig um fast neun Prozent.

Auch die 10,5-prozentige Beteiligung, die der Münchener Versicherungskonzern Allianz an Karstadt-Quelle hält, steht nach Einschätzung von Analysten zum Verkauf. Zusammen mit diesem Paket käme der bislang ungenannte Investor nahezu auf eine Sperrminorität. Eine Sprecherin der Allianz wollte die Marktgerüchte nicht kommentieren. Zudem berichtet das „Manager-Magazin“, „namhafte deutsche Vermögen“ hätten ihre Interessen gebündelt und Aktien des Konzerns erworben – wenn auch unterhalb der meldepflichtigen Grenze von fünf Prozent.

Tatsächlich hatte eine Aktionärsschützerin der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz bereits auf der jüngsten Hauptversammlung über Blockkäufe spekuliert. Trotz der schlechten Firmennachrichten hatte sich das Papier von Karstadt-Quelle an der Börse überraschend stabil gehalten. Für einen Firmenanteil von 25 Prozent müsste ein Interessent nach aktueller Börsenbewertung eine halbe Milliarde Euro auf den Tisch legen.

Als nahezu ausgeschlossen gilt, dass die zuletzt immer wieder als Interessent genannte Finanzfirma Investcorp von Thomas Middelhoff bei Karstadt-Quelle einsteigt. Der designierte Aufsichtsratschef des Essener Konzerns würde sich damit umgehend dem Verdacht von Insidergeschäften aussetzen.

In Branchenkreisen wird stattdessen vermutet, dass sich Immobilieninvestoren um die zum Verkauf stehenden Aktienpakete bemühen. Ein solcher Einstieg hätte Auswirkungen auch für das operative Geschäft: Sollte es einem Immobilien-Konsortium nach einem Einstieg in Essen gelingen, Großaktionärin Madeleine Schickedanz einzubinden, stände dem Konzern die Abtrennung der Immobiliensparte bevor.

Die meist innenstädtischen Häuser von Karstadt-Quelle gelten als Perle des Konzerns, sind aber von den ertragsschwachen Filialketten Karstadt, Sinn-Leffers und Wehmeyer belegt. Durch Umbau und Neuvermietung, glauben Experten, ließe sich die Rendite deutlich erhöhen.

Die Abtrennung des Immobilien- vom Einzelhandelsgeschäft ist keineswegs eine neue Erfindung. Vor einem Jahr erst hatten sich zwei Konsortien um die Handelsimmobilien des Düsseldorfer Metro-Konzerns bemüht. Gemeinsam mit dem US-Fonds Blackstone hatte die Immobilienfirma Agiv rund drei Mrd. Euro für die Häuser geboten – ebenso viel wie ein zweites Konsortium um die Kölner Immobilienfirma SK Corpus. Ende Oktober scheiterte der Deal an unterschiedlichen Preisvorstellungen.

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