Zwei Blöcke
Ringen um die Lufthoheit

Mit der Übernahme von LTU durch Air Berlin ist die Konsolidierung in der deutschen Luftfahrtbranche nach Einschätzung von Experten noch nicht zu Ende. Doch welche Fluggesellschaft wird überleben, welche sterben? Es gibt bereits Vermutungen, wer es wohl nicht schaffen wird.

DÜSSELDORF/BERLIN „Ich gehe nicht davon aus, dass es mittelfristig weiterhin vier große Fluggesellschaften in Deutschland geben wird“, sagte der Luftfahrtexperte der Dresdner Bank, Stefan Schöppner. Angesichts des harten Wettbewerbes sei es unwahrscheinlich, dass die Nummer drei und vier der Branche, Tuifly und Condor, ihre Eigenständigkeit behaupten könnten.

Viele Experten rechnen damit, dass künftig zwei große Blöcke den Wettbewerb um die Kunden untereinander austragen werden: Auf der einen Seite Air Berlin, das seine Rolle als zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft mit der LTU-Übernahme deutlich stärken konnte. Das Unternehmen kann dadurch sein europäischen Angebot ausbauen und erstmals Interkontinental-Flüge auf der Langstrecke anbieten. Auf der anderen Seite steht der Lufthansa-Konzern mit seinen diversen Töchtern. Dazu gehören auch die Beteiligung an Eurowings und deren Billigflugtochter Germanwings und der 25-Prozent-Anteil an Condor.

Weitgehend isoliert steht dagegen der größte europäische Reise- und Schifffahrtskonzern Tui mit seiner Tochter Tuifly da. Der Konzern verliert Air Berlin nach drei Jahren als Code-Share-Partner an Condor. Die beiden Gesellschaften bieten ihre Flüge künftig unter gemeinsamen Flugnummern an.

Tuis Einheitslinie

Tui-Chef Michael Frenzel setzt seit einiger Zeit auf die Strategie, alle touristischen Aktivitäten aus einer Hand und unter einer Marke anzubieten. Im Rahmen dieses Plans lässt er seine beiden Fluggesellschaften Hapagfly und HLX seit Januar unter dem Markennamen Tuifly fliegen. Das hat allerdings bei konkurrierenden Reiseveranstaltern der Tui, die bislang Pauschaltouristen mit Hapagfly in ihre Urlaubsgebiete schickten, einigen Unmut ausgelöst.

Sie befürchten, dass ihre Kunden von der Tui-Konkurrenz abgeworben werden. Große Veranstalter wie Rewe-Touristik und Alltours hatten deshalb bereits angekündigt, ihre Passagier-Kontingente von der Tui abzuziehen. Der Luftfahrtexperte der Commerzbank, Michael Benedikt, rechnet damit, dass davon besonders Air Berlin mit seiner neuen Tochter LTU profitieren wird.

Benedikt erwartet zudem, dass durch die Übernahme von LTU der harte Preiskampf auf dem europäischen Markt etwas nachlassen wird. Die defizitäre Fluggesellschaft sei in den vergangenen Jahren eine sehr aggressive Preispolitik gefahren, sagte er. Die Übernahme durch Air Berlin werde den hohen Wettbewerbsdruck etwas lindern, der die Fluglinien zu starken Preisnachlässen gezwungen hatte.

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