Zwei Jahre Beschäftigungsgarantie
Lufthansa einigt sich mit Bodenpersonal

Nach mehrtägigen Verhandlungen hat die Deutsche Lufthansa den Tarifstreit mit dem Bodenpersonal beigelegt. Es sei ein Kompromiss für die 38 000 Beschäftigten gefunden worden, sagte ein Lufthansa-Sprecher.

HB FRANKFURT. Lufthansa und die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi haben sich am Mittwoch nach einem dreitägigen Verhandlungsmarathon auf einen Tarifkompromiss geeinigt. Anstelle einer Gehaltserhöhung sind für 2005 und 2006 jeweils im März Einmalzahlungen von 0,5 Prozent und 1,6 Prozent des Jahresgehaltes vorgesehen. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Maßnahmen für flexiblere Arbeitszeiten.

Lufthansa habe im Gegenzug für zwei Jahre eine Beschäftigungsgarantie gegeben. Diese gelte allerdings nicht für alle Bereiche des Konzerns, hieß es. Der Lufthansa-Aufsichtsrat, der am Nachmittag zu seiner planmäßig letzten Sitzung in diesem Jahr zusammenkommen sollte, werde über das Ergebnis unterrichtet, hieß es in den Kreisen weiter.

Mit der Gewerkschaft Verdi gilt den Kreisen zufolge die Einigung auch für die 14 000 Beschäftigten in den Flugzeugkabinen. Hier muss aber noch mit der Gewerkschaft UFO (Unabhängige Flugbegleiter-Organisation) verhandelt werden, in dem der Großteil des Kabinenpersonals organisiert ist. Dies solle aber zügig geschehen.

Betroffen sind von den Vereinbarungen am Boden rund 38 000 Beschäftigte bei der Lufthansa Passage und Töchtern Cargo (Fracht), Technik (Wartung) und Systems (Informationstechnik). Die verlustreiche Catering-Tochter LSG Sky Chefs sei ausgenommen. Hier gelte bereits ein eigener Sanierungstarifvertrag.

Am Montag hatte Lufthansa bereits den Tarifstreit für die 4 400 Piloten beigelegt. Mit der Pilotenvereinigung Cockpit (VC) wurden eine Nullrunde bis Ende März 2006 sowie Mehrarbeit, flexibleren Arbeitsregelungen und niedrigeren Anfangsgehältern vereinbart. Im Gegenzug ist die Billigfluglinie Germanwings tarifpolitisch künftig Teil des Lufthansa-Konzerns.

Der Einspareffekt bei den Piloten wurde von Personalvorstand Stefan Lauer auf zehn Prozent der Personalkosten und damit rund 55 Millionen Euro beziffert. Die gesamten Personalkosten bei Lufthansa belaufen sich auf jährlich gut 4,6 Milliarden Euro. Im Rahmen des aktuellen Sparprogramms von 1,2 Milliarden Euro will der Vorstand bis 2006 rund 300 Millionen Euro im Personalbereich kürzen.

Die Lufthansa-Aktie reagierte am Nachmittag kaum und lag nahezu unverändert mit 0,2 Prozent im Minus bei 11,02 Euro.

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