Zwei Jahre Björn Gulden
Puma wetzt wieder die Krallen

Puma ist in den Läden wieder gefragt, die geduldige Neuausrichtung von Björn Gulden kommt bei den Kunden gut an. Doch nach zwei Jahren unter seiner Führung ist das Label lange nicht so begehrt, wie es einmal war.
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MünchenGroße Worte sind seine Sache nicht: Als gebürtiger Norweger gehört Björn Gulden einem eher zurückhaltenden Menschenschlag an. Daher ist es nicht überraschend, dass der Manager seine bisherige Leistung bei Puma auch eher nüchtern betrachtet. Sein Fazit nach zwei Jahren an der Spitze der Sportmarke: Es gibt noch viel zu tun.

Damit liegt Gulden sicher richtig. Andererseits gibt er sich vielleicht doch ein bisschen zu bescheiden: Denn die am Freitagmorgen veröffentlichten Quartalszahlen zeigen: Der ehemalige Fußballprofi hat schon viel erreicht. Der Umsatz zwischen April und Ende Juni ist um fast ein Fünftel in die Höhe geschossen, eine stramme Leistung.

Das kräftige Plus hat zwar viel mit dem schwachen Euro zu tun, aber auch zu konstanten Wechselkursen wären die Erlöse noch um gut sieben Prozent geklettert. Das heißt: Die Marke bekommt wieder mehr Platz in den Regalen der Sporthändler, und die Kunden greifen wieder öfter zu dem Label mit dem Raubtierlogo.

Dass unterm Strich ein schmaler Verlust steht, sollte niemanden beunruhigen. Gulden steckt viel Geld in die Werbung, in eine moderne IT; außerdem baut er die Läden um. Das geht in die Millionen, ist aber nötig, um Puma wieder zu der begehrten Marke zu machen, die sie noch vor zehn Jahren war. Dazu kommt eine Wechselkursentwicklung, die den Einkauf teurer macht; der starke Dollar trifft alle europäischen Hersteller, auch den Rivalen Adidas.

Gulden hat natürlich gute Gründe, sich nicht allzu siegessicher zu zeigen. Denn die Wettbewerber sind bärenstark. Weltmarktführer Nike trifft den Geschmack der Sportler ungemein gut und wächst kräftig, obwohl die Amerikaner fast zehn Mal so groß sind wie Puma. Auch Lokalrivale Adidas gibt Gas. Vorstandschef Herbert Hainer hat den Aktionären für die nächsten fünf Jahre ein dickes Plus versprochen, Umsatz und Gewinn sollen kräftig steigen.

Dann ist da noch Under Armour, der aggressive Angreifer aus den USA, der sich anschickt, Puma dieses Jahr erstmals beim Umsatz zu überholen. Das Label legt seit Jahren zweistellig zu und hat erst an diesem Donnerstag mit großem Tamtam seine neue Deutschlandzentrale in München eingeweiht.

Andererseits muss sich Puma nicht mehr verstecken. Gulden hat eine interessante neue Laufschuhgeneration entwickelt, die sich offenbar gut verkauft. Er hat Stars wie Rihanna an Bord geholt und attraktive Fußballvereine wie Arsenal verpflichtet. Das alles reicht natürlich nicht, denn es dauert, das Vertrauen der Sporthändler und der Konsumenten wieder zu gewinnen. Doch das Fundament steht. Wenn Gulden so weiter macht wie in den zwei Jahren seit seinem Start, wird es bei Puma auch in den nächsten Quartalen aufwärts gehen.

Joachim Hofer
Joachim Hofer
Handelsblatt / Korrespondent München

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