Zweierlei Maß im Wettbewerb der internationalen Paketdienstleister
Neue Runde im Clinch von UPS und Fedex gegen DHL

Der Streit zwischen den US-Paketdienstleistern UPS und Fedex sowie der Deutschen Post-Tochter DHL spitzt sich zu. Branchenkenner werfen den US-Unternehmen inzwischen pure Heuchelei vor.

DÜSSELDORF. Beide praktizieren seit langem in Europa, was sie DHL in den USA vorwerfen: Exklusive Vereinbarungen und Steuerung inländischer Fluggesellschaften. Damit erhält der Verdacht neue Nahrung, dass UPS und Fedex die Post-Tochter DHL lediglich aus dem lukrativen US-Expressgeschäft fern halten wollen.

So hat Fedex über Jahre die deutsche Fluggesellschaft Express Airways von der Zentrale in Memphis aus gesteuert und beherrscht, wie jetzt aus Kreisen der Flugbranche bekannt wurde. Damit wäre Express Airways als Strohmann für Fedex in Europa aufgetreten.

Die Gesellschaft hat nach Angaben von Geschäftsführer Peter Sanden allerdings kürzlich Insolvenz angemeldet. Die innereuropäischen Flüge wurden von größeren Firmen übernommen, wie von Farner Airlines in den Niederlanden. Ein Fedex- Sprecher wollte sich zur laufenden Auseinandersetzung nicht äußern.

Auf Druck der EU-Kommission untersuchen derzeit auch die dänischen Behörden die Beziehungen zwischen der dänischen Fluggesellschaft Star Air und UPS. Star Air fliegt in Europa exklusiv für UPS. Was UPS DHL in den USA untersagen will, praktiziert das Unternehmen damit ebenfalls unbehelligt in Europa. Star Air ist ein Unternehmen der dänischen A.P. Möller -Maersk-Gruppe.

DHL hat nach eigenen Angaben lediglich Kooperationsverträge mit der US-Airline Astar, die aus der DHL ausgegliedert worden ist. Sie wurde inzwischen vollständig an das US-Management der Astar verkauft. Gleiches gilt für die Fluggesellschaft ABX Air, die im Zuge der Übernahme des Logistikers Airborne ausgegliedert wurde.

UPS und Fedex beanstanden in den USA jedoch die Exklusivverträge der DHL mit Astar und ABX. Sie würden damit illegalerweise von einer ausländischen Gesellschaft kontrolliert. Die Überprüfung läuft zur Zeit noch. Anfang Januar wird ein US-Verwaltungsgericht eine Empfehlung an das US-Verkehrsministerium aussprechen, das dann eine Entscheidung fällen muss. Die Deutsche Post geht davon aus, dass die „Inländereigenschaft“ von Astar und ABX bejaht wird, da sie nicht an den Firmen beteiligt ist und damit die US-Gesetze erfüllt.

Unterdessen geht der internationale Wettbewerb der Paketdienste weiter. Die Deutsche Post will nach Angaben aus Branchenkreisen die australische Star Track Express übernehmen. Der Expressdienst mit einem Umsatz von 180 Mill. Euro ist in Privatbesitz und konzentriert sich auf Transporte innerhalb Australiens. Neben der Post sind auch UPS und Fedex interessiert.

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