Zweifel im Unternehmen
Bahn will Schenker völlig integrieren

Der Deutsche-Bahn-Konzern will am Dienstag in Berlin in einem Spitzengespräch den Fahrplan für die weitere Integration der vor vier Jahren erworbenen, weltweit operierenden Speditions- und Logistiktochter Schenker beschließen.

DÜSSELDORF. „Jetzt werden die Spielregeln geklärt, nachdem in den letzten Wochen in mehreren Führungskräftetagungen dafür die Weichen gestellt wurden“, sagte ein Sprecher auf Anfrage.

Vorgesehen ist, die bislang weithin eigenständig operierende Schenker-Organisation in Geschäftsfelder der Konzernsparte Transport und Logistik aufzuspalten. Das Geschäftsfeld Schenker war mit 8,9 Mrd. Euro Umsatz im vergangenen Jahr zu mehr als einem Drittel am Umsatz des Bahn-Konzerns von 25 Mrd. Euro beteiligt. Der vor vier Jahren von Eon übernommene und wirtschaftlich sehr erfolgreiche Bereich gehört zu den weltweit führenden Logistik-Unternehmen und gilt als Hoffnungsträger für die Privatisierungspläne der Bahn.

Am heutigen Treffen nimmt neben Konzernvorstand Norbert Bensel auch Hans-Jörg Hager, Vorstandsvorsitzender der Schenker Deutschland AG und Vorstand der Dachorganisation Schenker AG teil. Dieser hat einem Bericht der „Financial Times Deutschland“ vom Montag zufolge in einem Brief an die Schenker-Führungskräfte kürzlich die Befürchtung geäußert, die neue Organisationsform sei langfristig für den Erfolg von Schenker gefährlich.

Ein Bahn-Sprecher bestätigte auf Anfrage die Existenz des Briefes, verwies jedoch darauf, dass dieser bereits drei Wochen alt sei. In der Zwischenzeit seien in mehreren Führungsklausuren die Bedenken Hagers ausgeräumt worden. Hager selbst war gestern nicht zu erreichen. Er hatte in dem Rundbrief die Befürchtung formuliert, dass die Eingliederung der Schenker-Sparten Landverkehr, Luftfracht und Seetransporte in den Bahn-Konzern neben den angestammten Bahnbereichen des Schienengüterverkehrs das für die internationale Logistik erforderliche Zusammenspiel der einzelnen Bereiche behindere was langfristig große Nachteile mit sich brächte.

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