Zweirad-Industrie Händler verkaufen weniger Fahrräder

Der Verkauf von Fahrrädern ist 2017 bislang rückläufig. Der Absatz ging um 2,2 Prozent auf 2,64 Millionen Räder zurück. Die Branche blickt trotzdem optimistisch in die Zukunft – denn der Markt mit E-Bikes wächst.
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Die Produktion von Fahrrädern liegt mit 1,44 Millionen Rädern rund 2,7 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Quelle: dpa
Fahrradproduktion

Die Produktion von Fahrrädern liegt mit 1,44 Millionen Rädern rund 2,7 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

(Foto: dpa)

FriedrichshafenIn Deutschland sind im ersten Halbjahr 2017 weniger Fahrräder verkauft worden. Der Absatz ging verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 2,2 Prozent auf 2,64 Millionen Räder zurück, wie der Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) mitteilte. „Wir beobachten das mit einer gewissen Sorge“, sagte Geschäftsführer Siegfried Neuberger am Dienstag vor der Fahrradmesse Eurobike in Friedrichshafen am Bodensee. Auch die Produktion liege mit 1,44 Millionen Rädern rund 2,7 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Grund für den Rückgang sei unter anderem der bereits hohe Bestand von Fahrrädern in Deutschland. So besäßen 80 Prozent der Haushalte mindestens ein Fahrrad. Zudem würden die Räder hochwertiger und damit haltbarer gefertigt.

Der Markt mit E-Bikes wächst dagegen weiter: Für 2017 rechnet die Branche mit einem Verkauf von 680.000 Rädern. Das wäre ein Plus von 12 Prozent gegenüber 2016. Vor allem deshalb rechnet der ZIV auch mit einem leicht steigenden Umsatz für 2017.

Populäre Irrtümer rund ums Radfahren
Stichwort: Helmpflicht
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Auch wenn die Zahl der Fahrradfahrer mit Helm nach Auskunft des Bundesverkehrsministerium seit Jahren steigt: „Helme können schützen, aber eine Helmpflicht gibt es in Deutschland nicht, auch nicht für einzelne Altersgruppen wie Kinder”, erklärt Koßmann.

Foto: Tobias Hase/dpa-tmn/dpa

Stichwort: Telefonieren am Steuer
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Wie beim Auto ist Telefonieren nur mit Freisprecheinrichtung erlaubt. „Ein Verstoß kostet 25 Euro Bußgeld”, sagt Goldkamp. „Im Gegensatz zum Telefonieren beim Autofahren gibt es aber keinen Punkt in Flensburg.” Erlaubt ist es nur, wenn etwa ein Knopf im Ohr genutzt wird. Entsprechende Freisprecheinrichtungen gibt es kabelgebunden oder via Bluetooth.

Verboten sind Kopfhörer nicht. „Zum Telefonieren, Navigieren und auch zum Musikhören ist das erlaubt”, sagt Koßmann. „Allerdings im Falle der Musik nur so laut, dass Umgebungsgeräusche noch gut wahrgenommen werden können.”

Stichwort: Promillegrenze
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Wer nach der Kneipe das Auto stehen lässt und aufs Fahrrad steigt, handelt nur bedingt richtig. Denn auch hier gilt eine Promillegrenze, warnt Koßmann. „Die liegt zwar bei 1,6 statt der 0,5 beim Auto, aber wenn etwas passiert, und der Fahrradfahrer hat mehr als 0,3 Promille Alkohol im Blut, gibt es eine Anzeige.” Ab 1,6 Promille ist zudem der Führerschein weg.

Besonders sollten S-Pedelec-Fahrer aufpassen. „Die sehen zwar aus wie Fahrräder, sind aber als Kraftfahrzeuge eingestuft, und daher gelten auch hier die 0,5 Promille vom Auto.”

Stichwort: Radeweg-Pflicht
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Radfahrer gehören nicht auf die Straße, ist immer wieder zu hören. Doch das ist nur bedingt richtig. „Gibt es einen Radweg, muss der von Fahrradfahrern nur zwingend genutzt werden, wenn auch das entsprechende Gebotsschild - weißes Rad auf blauem Grund - darauf hinweist”, sagt David Koßmann vom Pressedienst Fahrrad (pd-f). Ansonsten stehe es Radlern frei, auf die normale Fahrbahn zu wechseln.

„Keinesfalls aber darf der Fußweg zum Radweg umfunktioniert werden. Das ist nur erlaubt, wenn es entsprechend beschildert ist, etwa in Parks. Fußgänger haben dann aber immer Vortritt.”

Ausnahme: Kinder bis zehn Jahre dürfen den Fußweg entlangradeln. Bis acht Jahre darf sie dort neuerdings ein Elternteil auf dem Rad begleiten.

Foto: Kay Tkatzik/pd-f.de/dpa

Stichwort: Zu zweit auf dem Fahrrad
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Einer auf dem Sattel, einer auf dem Gepäckträger: Zu zweit auf dem Fahrrad zu fahren, ist zwar nicht sehr bequem, aber es funktioniert. Nur erlaubt ist es nicht. „Mitgenommen werden dürfen nur Kinder bis sieben Jahre und auch nur in einer geeigneten Sitzvorkehrung, sprich einem Kindersitz”, sagt Goldkamp. Zudem muss der Fahrradfahrer mindestens 16 Jahre alt sein.

Stichwort: Blinkende Beleuchtung
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Mal blinkt der Helm, mal strahlt der Rucksack, andere tragen die Leuchte einfach in der Hand. Fakt jedoch ist: „Die Fahrradbeleuchtung braucht eine Zulassung vom Kraftfahrtbundesamt, zu erkennen an der Kennzeichnung ~K”, sagt Koßmann. Hier gebe es auch Modelle, die mobil mitgenommen und angesteckt werden könnten.

Blinkende Leuchtdioden am Rad aber seien ebenso wenig erlaubt wie eine einfache Taschenlampe. Wer mit defekter Beleuchtung liegenbleibt, sollte am besten vom Rad absteigen und im Sinne der eigenen Sicherheit schieben.

Stichwort: Tempolimits
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Zwar ist es eher unwahrscheinlich, mit dem Rad in einer Tempo-70-Zone geblitzt zu werden. Doch: „Tempolimits gelten für alle Benutzer des jeweiligen Verkehrswegs, also auch für Radfahrer. Bedeutsam ist das vor allem in verkehrsberuhigten Bereichen, wo nur Schrittgeschwindigkeit erlaubt ist”, sagt Tobias Goldkamp, Fachanwalt für Verkehrsrecht. Wer rücksichtslos durch eine so genannte Spielstraße rast, riskiere daher mindestens eine Geldbuße.

Foto: Bodo Marks/dpa-tmn/dpa

Die Fahrradbranche bleibt optimistisch: „Der Trend zum Fahrrad ist ungebrochen“, sagte Neuberger. Das sehe man vor allem in den vom Autoverkehr chronisch überlasteten Städten - dort sei das Rad inzwischen das ideale Fortbewegungsmittel.

Auf der Messe Eurobike zeigen rund 1400 Aussteller die Neuheiten und Trends der Branche. Start der Schau ist am Mittwoch (30. August), insgesamt läuft die Eurobike vier Tage lang.

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  • dpa
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