Zweistelliger Millionenschaden befürchtet
Chaos in Heathrow schädigt BA-Image

Wilde Streiks am Londoner Flughafen Heathrow drohen, das Image von British Airways (BA) zu beschädigen. Zehntausende wütender Passagiere beklagten sich am Wochenende über ausgefallene Flüge und mangelhafte Information.

dih LONDON. Hunderte Beschäftigte der britischen Fluggesellschaft hatten am Donnerstagnachmittag aus Solidarität mit gekündigten Angestellten des Caterers Gate Gourmet ihre Arbeit niedergelegt. Sie sind zwar inzwischen an ihre Arbeitsplätze zurückgekehrt, doch der Ausfall von mehr als 700 Flügen wird noch bis in diese Woche hinein den Flugplan von BA durcheinander wirbeln. Analysten rechnen damit, dass die Streiks das Unternehmen einen zweistelligen Millionen-Pfund-Betrag kosten.

Mehr als 100 000 Passagiere warteten am Wochenende darauf, ihre Urlaubsreise anzutreten oder Anschlussflüge zu bekommen. Da die Hotelzimmer nicht reichten, mussten Tausende in eilig aufgestellten Zelten vor dem Terminalgebäude kampieren. Viele BA-Kunden beklagten sich, dass die Telefon-Hotlines der Fluggesellschaft völlig überlastet seien und sie keine Informationen über Reisemöglichkeiten bekämen. Andere kritisierten die BA-Mitarbeiter wegen ihrer illegalen Streikaktionen. Der scheidende BA-Chef Rod Eddington lässt laut „Sunday Times“ prüfen, ob die Transportarbeiter-Gewerkschaft TGWU die wilden Streiks orchestriert hat – dann könnte BA möglicherweise Schadensersatz fordern.

Der jüngste Ausstand reiht sich in eine ganze Serie von Pannen bei BA in der wichtigen Urlaubszeit. Im August 2003 kostete ein Streik die Fluggesellschaft rund 40 Mill. Pfund (60 Mill. Euro). Im vergangenen Jahr verursachten Arbeitskonflikte und technische Probleme Verzögerungen.

Am Samstag hoben rund 80 Prozent der BA-Flüge wieder normal von Heathrow ab. Doch die Störungen sind damit nicht vorbei: Eine BA-Sprecherin sagte, es dauere gewöhnlich zwei bis drei Tage, bis wieder alles hundertprozentig laufe. Am Montag werde es sicher noch Probleme geben. 100 Flugzeuge und 1 000 Piloten und Flugbegleiter seien durch die Streiks am falschen Ort gewesen.

Analysten schätzen, dann die Flugausfälle BA zig Millionen Pfund kosten. Die Belastung kommt zu einer Zeit, in der das Unternehmen wegen der steigenden Kerosinkosten und des Preiskampfes mit Billigfliegern wie Ryanair und Easyjet unter Druck steht. Schlimmer sei allerdings, dass BA allmählich den Ruf bekomme, unzuverlässig zu sein.

Die Airline teilte mit, es sei noch zu früh, den Schaden zu schätzen. Das Verhältnis zwischen BA und Gewerkschaften ist angespannt, weil die Fluggesellschaft in den vergangenen Jahren tausende Mitarbeiter entlassen hat, um in der Krise der Branche nach den Terroranschlägen von September 2001 die Kosten zu senken. Dafür hat sich BA allerdings auch besser geschlagen als viele Konkurrenten, die in die roten Zahlen flogen. Analysten erwarteten für 2005 einen Gewinn von rund 500 Mill. Pfund.

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