Zweites Quartal
Tui-Schifffahrt in schwerer See

Der Tui-Konzern hat im zweiten Quartal einen Verlust in der Schifffahrt eingefahren und rechnet auch für die zweite Jahreshälfte in dieser Sparte mit Belastungen. Daher senkte Tui in einer Pflichtmitteilung am Mittwochabend die Gewinnprognose für die Schifffahrt in diesem Jahr.

HB FRANKFURT. Die Schifffahrt machte den Angaben zufolge im zweiten Quartal einen Betriebsverlust (Ebita) von 41 Mill. Euro nach einem Gewinn im Vorjahr von 91 Mill. Euro und sei damit deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Grund seien neben den Integrationskosten für die zugekaufte Reederei CP Ships in die Hapag-Lloyd die niedrigen Frachtraten und hohe Treibstoffkosten, teilte das Unternehmen am Mittwochabend nach Börsenschluss mit. Letztere hätten auch durch den Anstieg der Transportmengen nicht ausgeglichen werden können. Die Sparte werde daher zwar im Gesamtjahr noch einen Gewinn machen, aber das hohe Vorjahresniveau deutlich unterschreiten.

Während in der Touristiksparte nach einem Gewinnsprung im zweiten Quartal für 2006 unverändert mit einem Betriebsgewinn (Ebita) über dem Vorjahreswert von 365 Mill. Euro zu rechnen sei, werde in der Schifffahrt das aus Tui-Sicht hohe Vorjahresergebnis von 318 Mill. Euro wohl „bei weitem unterschritten“. Damit werde der Tui-Konzern das operative Vorjahresergebnis von 849 Mill. Euro voraussichtlich nicht erreichen.

Bislang hatte Tui keine Konzernprognose gegeben. Für die Schifffahrt hatte es bisher geheißen, es werde womöglich „schwierig, das hohe Ergebnis des Vorjahres wieder zu erreichen“. Die Schifffahrt werde allerdings im Gesamtjahr trotz der Belastungen noch ein positives Ergebnis einfahren, ergänzte das Unternehmen nun. Analysten hatten zwar für das zweite Quartal mit Belastungen gerechnet, dennoch waren die Schätzungen deutlich positiver ausgefallen.

In der Touristik demgegenüber verbesserte Tui im zweiten Quartal das Ebita gegenüber dem Vorjahreszeitraum um gut 30 Prozent auf 152 Mill. Euro. Das operative Konzernergebnis des Konzerns sank im zweiten Quartal infolge der Probleme bei den Reedereien auf 89 Mill. Euro von 204 Mill. im Vorjahreszeitraum. Analysten hatten im Schnitt lediglich mit einem Rückgang auf rund 150 Mill. Euro gerechnet.

Der Umsatz verbesserte sich im zweiten Quartal auf 5,3 Mill. Euro von 4,3 Mill. Euro. Darin ist der US-Stahlhandel nicht enthalten, dessen Verkauf im zweiten Quartal abgeschlossen werden sollte.

Detaillierte Informationen zum Geschäftsverlauf im 1. Halbjahr 2006 will Tui am Donnerstag veröffentlichen.

Der Markt reagierte auf die unerwartet schlechten Zahlen deutlich. Tui-Papiere wurden nachbörslich bei Lang & Schwarz kurz nach der Mitteilung in einer Spanne von 14,85 bis 15,05 Euro gehandelt. Im Xetra-Handel hatten die Aktien noch bei 15,55 Euro geschlossen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%