Zwischen zehn und 35 Prozent
Karstadt-Quelle hat im Versandhandel riesige Probleme

Beim Karstadt-Quelle-Konzern tut sich überraschend eine neue Baustelle auf. Die wichtigste Versandsparte des angeschlagenen Unternehmens hat in den vergangenen Wochen massive Umsatzeinbrüche erlitten.

HB DÜSSELDORF. In Deutschland habe der Quelle-Universalversand in den vergangenen Wochen im Vergleich zum Vorjahr zwischen zehn und 35 Prozent an Umsatz verloren, räumte der Konzern am Freitag ein. Grund dafür sei die negative Berichterstattung in den Medien, sagte ein Sprecher. Die Karstadt-Aktie verbuchte weitere Kursverluste.

„Der Umsatzrückgang bei Quelle Universal in Deutschland liegt über zehn aber unter 35 Prozent“, sagte Konzernsprecher Jörg Howe. Der in einem Zeitungsbericht genannte Einbruch von 35 Prozent sei aber „übertrieben.“

Die „Financial Times Deutschland“ hatte in ihrer Freitagausgabe ohne Angabe von Quellen berichtet, der Quelle-Versand habe in der vergangenen Woche einen Umsatzrückgang von bis zu 35 Prozent verzeichnet. Vorstandschef Achenbach sagte der Zeitung zudem, dass das dritte Quartal schwierig gewesen sei. Der Konzernchef schloss nicht aus, dass der Sanierungsplan für den Konzern unter Umständen nachgebessert werden müsse. „Wir müssen unsere Kostensituation immer wieder auf den Prüfstand stellen“, bekräftigte er frühere Angaben.

Achenbach hatte bereits in der vergangenen Woche eingeräumt, dass der Versandhandel seit Anfang Oktober „eine unerwartet hohe Einbuße“ verzeichnet habe.

Analysten gehen ebenfalls von einem Umsatzrückgang im Versand in den ersten beiden Oktoberwochen im zweistelligen Bereich aus. Bei einer Analystenkonferenz Ende September hatte Achenbach den Umsatzrückgang im gesamten Konzern für das damals nahezu abgeschlossene dritte Quartal auf 8,2 Prozent beziffert.

Die Karstadt-Aktie verlor in einem nahezu unveränderten Gesamtmarkt 3,77 Prozent auf 9,18 Euro.

Anfang Oktober waren sogar Befürchtungen über eine Insolvenz des angeschlagenen Handelsriesen laut geworden. Sowohl Aufsichtsratschef Thomas Middelhoff wie auch Konzernchef Christoph Achenbach hatten mit dem Aus für KarstadtQuelle in der bisherigen Form gedroht, falls bei den Verhandlungen mit den Arbeitnehmern keine Einigung erzielt werden sollte. Auch Gesamtbetriebsratschef Wolfgang Pokriefke hatte das Risiko einer Insolvenz für diesen Fall nicht grundsätzlich ausgeschlossen.

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