Zwischenbilanz
Die Bahn fährt in „deutlich schwarze“ Zahlen

Die Deutsche Bahn hat in den ersten drei Monaten gut zu tun gehabt. Umsatz und Gewinn gingen rauf. Das gute Abschneiden lässt das Unternehmen in punkto Börsengang kess werden.

HB BERLIN. Würde sie jetzt privatisiert, könnten Investoren „ab sofort mit einer Ausschüttung rechnen“, sagte Finanzvorstand Diethelm Sack am Dienstag. Er rechnet für das laufende Jahr mit einer Ergebnissteigerung um etwa sieben Prozent „oder ein Stück darüber hinaus“. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete die Bahn aus dem normalen Geschäftsbetrieb ein Ergebnis von 2,14 Milliarden Euro.

Der Wirtschaftsaufschwung schlägt sich schon jetzt in wachsenden Transporten, mehr Umsatz sowie einen höheren Gewinn für die Deutsche Bahn nieder. Zwischen Januar und März legte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 6,1 Prozent auf 7,54 Milliarden Euro zu, teilte das Unternehmen am Dienstag in Berlin mit. Auch der Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) liege deutlich über Vorjahr, sagte Finanzvorstand Diethelm Sack ohne konkrete Zahlen zu nennen.

Im April habe sich die positive Tendenz noch verstärkt. Sollte der Trend anhalten, könne auch im Gesamtjahr das Ergebnis besser ausfallen als bislang geplant. Danach peilt die Bahn ein Ergebniswachstum von sieben Prozent an. „Investoren würden heute und jetzt bei uns einsteigen“, sagte Sack mit Blick auf den geplanten Börsengang der Bahn. Der Bund will das Unternehmen noch in dieser Wahlperiode - also bis 2009 - privatisieren. Der Gesetzentwurf des Bundesverkehrsministeriums steht aber derzeit auch innerhalb der Regierung wegen rechtlicher Fragen und Verfassungsproblemen in der Kritik. Am Mittwoch soll es dazu eine Anhörung im Bundestag geben.

Sack verwies darauf, dass die ersten Monate des Jahres traditionell die schwächeren für die Bahn seien. Umso erfreulicher seien die steigenden Umsätze, zu denen alle Geschäftsbereiche beigetragen hätten. Am besten habe sich das Transport- und Logistik-Ressort mit einem Zuwachs von acht Prozent auf 4,3 Milliarden Euro entwickelt. Die internationale Spedition Schenker (LKW, Schiff, Flugzeug) meldete sogar ein Plus von neun Prozent.

Alle Transportbereiche hätten zudem bei der so genannten Verkehrsleistung - ein Wert aus Personen oder Tonnen kombiniert mit gefahrenen Kilometern - zugelegt. Fern- und Nahverkehr verzeichneten ein Plus von 3,2 Prozent, was durch Sonderangebote und die neue Ausbaustrecke Nürnberg-München begünstigt worden sei. Im Schienengüterverkehr (Railion) mache sich die gute Stahlbranche bemerkbar, so dass 4,6 Prozent mehr Tonnenkilometer verzeichnet wurden. Insgesamt habe so die Schiene im gesamten Verkehrsmarkt weiter Marktanteile gewonnen.

Wegen der guten Entwicklung erwägt die Bahn nun, Investitionen vorzuziehen. Diese würden in die Infrastruktur fließen, also in erster Linie Schienennetz und Bahnhöfe. Bereits im ersten Quartal seien hier 1,2 Milliarden Euro ausgegeben worden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%