Zwischenbilanz
Karstadt-Quelle gibt sich optimistisch

Der Umsatz des Essener Handelskonzerns Karstadt-Quelle hat im dritten Quartal stagniert, sein Ergebnis aber verbessert. Jedoch ist ein Vergleich mit den Vorjahreszahlen schwierig, weil Konzernchef Thomas Middelhoff das Unternehmen stark umgebaut hat. Hinzu kommt, dass Karstadt-Quelle etliche Sonderfaktoren herausrechnet.

HB FRANKFURT. Wie Karstadt-Quelle am Mittwoch mitteilte, lag der bereinigte Konzernumsatz im vergangenen Quartal bei 3,81 Mrd. Euro, ein knappes Plus gegenüber den 3,84 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum. Das um Sonderfaktoren bereinigte Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) der drei Geschäftsbereiche Karstadt, Versandhandel und Thomas Cook stieg um 13 Prozent auf 49,7 Mill. Euro. Inklusive der Sonderfaktoren verschlechterte sich das Ebitda – ohnehin schon eine stark bereinigte Kennzahl – von 125,9 auf 44,2 Mill. Euro.

Für das Gesamtjahr bekräftigte der Konzern seine Ergebnisprognose und gab einen „optimistischen Ausblick“ für das vierte Quartal. Das Ebitda soll bis Ende 2006 um 10 Prozent steigen nach 544 Mill. Euro im vergangenen Jahr.

Warenhäuser brummen, Versandhandel schwächelt

Karstadt-Quelle profitierte von Juli bis September vor allem vom Warenhausgeschäft. Der bereinigte Umsatz der Sport- und Warenhäuser sei um 6,5 Prozent auf 1,14 Mrd. Euro gestiegen, teilte Karstadt mit. Erstmals seit vielen Jahren habe das Unternehmen in der Sparte mit 100 000 Euro schon im dritten Quartal ein positives Ebitda geschrieben. Vor einem Jahr stand vor dem Weihnachtsgeschäft hier noch ein Minus von mehr als 14 Mill. Euro zu Buche. „Das sind die ersten Ergebnisse der Erneuerung und Höherpositionierung unserer Warenhäuser“, erklärte Konzernchef Thomas Middelhoff.

Die Versandhandelsmarken Quelle und Neckermann verbuchten im vergangenen Quartal erneut einen Umsatzrückgang von mehr als 7 Prozent auf 1,37 Mrd. Euro. Der operative Verlust weitete sich von 55,1 Mill. Euro im Vorjahreszeitraum auf 61,4 Mill. aus. Für die Jahre 2007 und 2008 plane das Karstadt-Management deshalb „weitere stabilisierende Maßnahmen“. Einzelheiten sollen noch in diesem Monat bekannt gegeben werden.

Die Reisetochter Thomas Cook habe im dritten Quartal ihren Umsatz um 2,8 Prozent auf 1,29 Mrd. Euro ausgebaut. Das Ergebnis des jeweils zur Hälfte Lufthansa und Karstadt-Quelle gehörenden Touristikkonzerns sei mit 111 Mill. Euro fast stabil gelieben.

Verkäufe machen Karstadt-Quelle schuldenfrei

Per Ende September wies Karstadt nach eigenen Angaben nur noch Nettoschulden von 388 Mill. Euro aus – vor einem Jahr waren es noch 4,58 Mrd. Euro. Inzwischen habe der Konzern keine Bankschulden mehr, sagte Middelhoff. Der Handelskonzern hatte fast seine gesamten Immobilien verkauft und dutzende kleine Warenhäuser abgestoßen, was Milliarden in die Kasse spülte. Allerdings muss Karstadt nun die Ladenflächen zurückmieten. Durch die Verkäufe stieg das Konzernergebnis nach Anteilen Dritter in den ersten neun Monaten auf 479 Mill. Euro, nachdem vor Jahresfrist noch ein Minus von 253 Mill. Euro angefallen war.

Die im Nebenwerteindex MDax notierte Karstadt-Aktie lag kurz nach Handelsstart 1,6 Prozent im Plus bei 18,80 Euro.

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